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Haus 6 - Heiliges Feuer, einfache Wahrheiten finden

Von Ulla Janascheck

 Das heilige Feuer der alten Zeit war unentbehrlich für alle Rituale, Feste und spirituellen Prozesse. Mit dem Feuer kam die Wärme und die Kraft der Verwandlung durch chemische Prozesse. In ein Feuer kann man Dinge hineinwerfen, die man nicht mehr braucht und loslassen möchte. Es ist auch möglich, Wünsche aufzuschreiben und das Papier dem Feuer bzw. der kosmischen Energie zur Verwandlung zu übergeben.
 
In einem Feuer kann man Töpfe aufhängen und Speisen zu bereiten oder Medizin präparieren, räuchern oder backen. Ebenso kann man um ein Feuer tanzen oder darüber springen, wie zum Beispiel in der Mittsommernacht. Man kann auch einfach hineinschauen und in den züngelnden Flammen Bilder erkennen oder über etwas sinnieren. Das heilige Feuer unterscheidet sich von den gewöhnlichen dadurch, dass bestimmte Hölzer verbrannt werden, Düfte entstehen und besondere Energien verbrannt werden. Es dient zum Opfer und zur Sammlung, sowie es Irdisches zu Himmlischem transformiert. Wer rituell um ein Feuer sitzt, ist bereit, sich zu reinigen und zu läutern, zu teilen, zur Einfachheit zurückzukehren und zu opfern. Ist das Feuer verbrannt, kann man mit der Asche den Boden düngen oder auflockern. Es gibt bei einem sauberen Feuer keine unverwertbaren Rückstände. Darüber hinaus werden je nach Kulturraum in einem Feuer Leichen verbrannt und damit die körperliche Hülle der Hitze übergeben.
Das Feuerelement galt als der Erde, dem Weiblichen innewohnend und wurde durch die männliche Energie befruchtet, so dass die Kundalinienergie durch die erhöhte Libido steigen konnte. Das sechste Haus stellt die Aufgabe, das innere Feuer zu finden und befruchten zu lassen, damit daraus etwas entsteht, dass sich ernten lässt.

Den Alltag in kostbare Momente verwandeln
Im sechsten Haus sind wir dazu aufgefordert, den Tempel zu erwärmen, das Herzensbewusstsein zu bewahren, indem wir uns kümmern, Sorge tragen, dass es nicht verlischt. Dies geschieht durch die Liebe zu den alltäglichen Dingen, die Sorgfalt, die wir darauf verwenden, jeden Akt in einen Dienst an der Göttin zu verwandeln. Es geht darum, zu erkennen, dass ALLES, ohne Unterschied, der Aufmerksamkeit bedarf und dass durch Achtsamkeit jeder Augenblick in einem kostbaren Moment verwandelt werden kann. Diese Wirkung erzielen auch psychotherapeutische Übungen, besonders die einfachen, die darauf gerichtet sind, dass man innerhalb eines unkomplizierten Handlungsablaufs erkennt, wie man strukturiert ist, und aufgrund dessen auch Kleinigkeiten verändern kann, welche die Gesamtharmonie störend beeinflussen. Meistens sind es die unbeachteten Dinge, die Störfelder aufbauen oder sich durch Anhäufung in Hindernisse verwandeln. Im sechsten Haus sind wir dazu aufgefordert, uns ihnen zu widmen und sie durch sorgfältige Zuwendung zu befreien. Das heilige Feuer wirkt heilend. Damit verbunden werden auch die Selbstheilungskräfte im sechsten Haus aktiviert. Sobald das innere Feuer entfacht ist, findet Transformation statt. Niedere Instinkte werden zu einer höheren Weisheit geläutert, denn sie erheben sich durch die entstandene Wärme in die höheren Chakren und stehen mit ihrer kräftigenden, stärkenden Energie auch den feinstofflicheren Bereichen zur Verfügung. Das sechste Haus sensibilisiert das Selbst und stellt es auf die Bedürfnisse der Umwelt ein, so dass man Lösungsmöglichkeiten findet und erkennt, wer oder was der Heilung bedarf. Das heilige Feuer brennt immer, verlöscht niemals und brennt um so stärker, je aufmerksamer wir uns darum kümmern. Erst durch eine innerliche Opferbereitschaft erfüllt sich der höhere Sinn. Im sechsten Haus lernen wir, uns ganz in den Dienst zu stellen. Sensible Antennen bilden sich aus, die empfänglich sind für das, was nicht stimmt. Das innere heilige Feuer sorgt dafür, dass Ideen zur Heilung entstehen.

Sich zur Verfügung stellen
Im buddhistischen Boddhisattva-Gedanken ist die Aufgabe des sechsten Hauses gut erfasst. Es ist das Versprechen, solange nach der Erleuchtung zu streben, bis diese auch erlangt ist und darüber hinaus der Welt zur Verfügung zu stehen, bis auch das letzte Wesen Erleuchtung gefunden hat. Aus dieser Sicht heraus entsteht das Wissen, dass man sich nicht so ohne weiteres aus der Affäre ziehen kann. Die Probleme der Welt sind auch meine eigenen, solange, bis eine Lösung gefunden ist. Wenn ich lebe, bin ich auch dafür verantwortlich, was um mich herum geschieht. Ich kann immer etwas tun und mit Kleinigkeiten dazu beitragen, dass eine bessere Welt entsteht. Als der Dalai Lama gefragt wurde, wie man am besten die Erde schützen, unterdrückten Menschen helfen und Sorge tragen kann für andere, war seine Antwort sinngemäß folgendermaßen: “Nimm dir jeden Morgen fünf Minuten Zeit und erinnere dich daran, dass alle das Gleiche wollen, nämlich glücklich sein und geliebt werden, und dass wir alle miteinander verbunden sind. Dann atme weitere fünf Minuten, beim Einatmen sprichst du dir selbst deine Wertschätzung aus und beim Ausatmen bringst du allen anderen deine Wertschätzung entgegen. Wenn dir Menschen einfallen, bei denen es dir schwer fällt, sie wertzuschätzen, erweitere dich und bringe ihnen trotzdem deine Achtung entgegen. Erhalte dir diese Haltung während des ganzen Tages und dehne sie auf alle Menschen aus, die du triffst. Übe dich darin, auch die “geringsten” Menschen zu schätzen genauso wie die “wichtigen”. Schätze die Menschen, die du magst und die du nicht magst. Setze diese Übung fort, egal, was dir passiert oder was dir jemand antut.”

Das Licht in die Welt tragen
Mit einer solchen Haltung bewahrt sich das innere heilige Feuer und trägt Licht in die Welt, so dass sie sich auf lange Sicht verändern kann. Im sechsten Haus lernt man zu dienen, und mit diesem Dienst trägt man dazu bei, dass sich gesundes Bewusstsein manifestieren kann und Heilung stattfindet. Heile ich mich selbst, heile ich andere mit, heile ich andere, heile ich auch mich, denn das Heilen an sich ist eine wunderbare Energie, die sich auf alle Beteiligten überträgt. Die Göttin selbst hat ein Interesse daran, dass die Erde und alle die sie bewohnenden Wesen geheilt wird, da es ja Teile von ihr sind. Deshalb unterstützt sie diejenigen, die zum Heilwerden beitragen, mit ihrer weisen Energie und verleiht ihnen besondere Fähigkeiten, damit sie noch besser heilen können. Wenn wir uns überwinden können und wirklich den kleinen, unwichtigen Dingen unsere Pflege und Fürsorge angedeihen lassen, dann schulen wir unsere Achtsamkeit und es entsteht gleichzeitig ein sicheres, zuverlässiges Netzwerk von Handlungen, die harmonisch ineinander greifen. Tich Nan Hat drückt dies so aus: “Friede, Schritt für Schritt. Die strahlend rote Sonne ist mein Herz. Jede Blume lächelt mir zu. Wie grün, wie frisch alles wächst. Wie kühl der Wind weht. Friede, Schritt für Schritt. Das macht den endlosen Weg zur Freude.” Es ist sicherlich wert, sich in einer solchen Haltung zu üben oder sich zumindest immer mal wieder daran zu erinnern.

Reinheit und Versorgung
Das sechste Haus ist also das Aufgabenfeld der Aufmerksamkeit. In ihm bilden wir Fürsorge und Mitgefühl aus und den brennenden Wunsch nach Wahrheit und Klarheit. Wir entwickeln ein ethisches Reinheitsgefühl, verspüren das Bedürfnis nach einem “sauberen” Leben, das von einer geklärten Motivation getragen ist. Dadurch entwickelt sich Bescheidenheit und Zufriedenheit. Denn, wenn ich keine Ziele verfolgen muss, dann kann ich mich auch dem widmen, was mich unmittelbar umgibt. Ich brauche dann nirgendwo hin, sondern kann mich mit dem auseinandersetzen, was ist. Ich entdecke eine fürsorgende Liebe in mir, die zunimmt, je mehr ich mich kümmere und das macht zufrieden.
Am heiligen Feuer sitzen und eine geweihte Mahlzeit einnehmen, richtet die Aufmerksamkeit auch auf die Ernährung. Die Nahrung, die ich aufnehme, versorgt mich mit Energie und diese hält wiederum meinen Geist lebendig. Bei der Nahrungsaufnahme entscheidet auch die innere Einstellung darüber, ob ich mich satt fühle, zur Überfüllung neige oder mich mit zu wenig versorge. Weniger wichtig ist, was man isst als wie man isst. Sicher ist es schöner gesegnetes Essen zu verspeisen als einfach aus Notdurft etwas in sich hineinzustopfen. Ernähre dich so, dass du dich innerlich wohlfühlst.

Erntezeit
Im sechsten Haus können wir ernten, was wir gesät haben. Während im zweiten Haus der Boden für das Wachstum bereitet wurde, kann nun das zur Reife gelangte geerntet werden. Ist die Existenz in sicheren, lebensbejahenden Werten begründet, dann ist gesundes Wachstum die Folge. Eine reiche Ernte ist garantiert und diese kann dann wieder verteilt oder getauscht werden. Da ja nicht jeder Mensch das Gleiche “anbaut”, entsteht daraus ein soziales Netzwerk, das auf fairem Tausch beruht. Die Ausgleichsökonomie matriarchalischer Gesellschaften beruhte auf diesem Prinzip. Heide Göttner-Abendroth beschreibt diese Ausgleichsökonomie folgendermaßen: „Sie folgt dem Prinzip, dass, falls ein relativer Wohlstand bei dem einem oder anderen Clan auftaucht, der Überschuss dann wieder ins Gefüge hineingegeben wird, damit sich der relative Reichtum ausgleicht...“ So richtet z.B. der reichste Clan das Jahresfest für die Gemeinschaft aus, zu dem alle anderen ärmeren geladen sind, und gewinnt dadurch soziale Anerkennung und Ehre. Im nächsten Jahr ist ein anderer Clan der Reichste und handelt genauso. Man gibt also seinen Reichtum (die reiche Ernte) und erntet dafür soziale Anerkennung. Reihum wird Jahr für Jahr geteilt, denn relativer Wohlstand gleicht sich immer wieder aus. Der Gewinn hierbei ist allen zuträglich, denn wenn einer dieser ins soziale Netz eingebundenen Clans mal völlig verarmt, wird er ebenso von den anderen wieder aufgefangen, da Ehre aus sozialer Fürsorge erwächst. So entsteht “ein gegenseitiges Hilfesystem, das nie gebrochen wird. Falls sich ein Individuum oder eine Gruppe herausnimmt, ganz gegen die Spielregeln Güter zu horten, isoliert es oder sie sich sozial. Es hilft ihnen dann niemand mehr.” (Weibliche Stimme, Nr. 6)
Im sechsten Haus sind wir dazu aufgefordert unsere sozialen Werte zu überprüfen und ethische Gesichtspunkte zu entwerfen, nach denen wir zufrieden leben können. Es stellen sich Fragen, wie man ein gesundes soziales Netzwerk für sich aufbauen kann und mit welchen Menschen man einen Tausch eingehen will und unter welchen stimmigen Gegebenheiten dieser stattfinden kann. Am heiligen Feuer sitzen diejenigen, die zum Teilen bereit sind.

Das Ritual des heiligen Feuers
Entzünde ein heiliges Feuer. Sammle dich und schaue in die Flammen, bis du merkst, dass sich dein Geist beruhigt. Erinnere dich an Schmerzen oder Unfälle, die dir im Leben zugestoßen sind. Male sie auf, gib ihnen jeweils ein dir passend erscheinendes Symbol. Kannst du erkennen, was das Geschenk des jeweiligen Schmerzes für dich war? Wie hat dir der jeweilige Heilungsprozess weitergeholfen? Überprüfe deinen jetzigen Zustand. Gib es Wunden, die geheilt werden möchten? Schreibe auf Zettel, was du heilen möchtest und vertrau die Zettel dem Feuer an. Worin liegt deine persönliche Heilkraft?

Entnommen in leicht veränderter Form dem Göttinnenzyklus – von weisen Frauen, ihren Künsten und Wirkstätten, Ulla Janascheck, Cambra Skadé, Arunverlag

Haus 7
 

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