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Haus 12 - das Boot, hineintauchen

Von Ulla Janaschek

 Während im elften Haus der inspirierte Geist sich mit anderen netzwerkartig verband, kehrt er im zwölften Haus letztendlich zurück nach Hause, zum Ursprung, in den ungeborenen Raum und findet dort seine Auflösung. Ein Boot ist ständig in Bewegung. Es lässt sich steuern, treiben, wird von den Wellen geschaukelt und bleibt mit dem Wasser verbunden, es sei denn, man trägt es an Land (aber dann ist es am falschen Ort). Vom Boot aus kann man ins Wasser springen, tauchen, schwimmen und mit der Wasserwelt Kontakt aufnehmen
 
Andere Gesetze
Im Wasser gelten andere Gesetze als an Land. Im Wasser bewegt man sich nachgiebig, mit der Strömung, mit den Wellen und die Atmung wird tiefer. Man wird getragen und entspannt sich, während man sich bewegt. Je gelöster die Bewegungen, je langsamer und kraftvoller, desto schneller gleitet man durchs Wasser. Wasser fordert rhythmische Bewegungen, die fließend ineinander übergehen. Taucht man unter, wirkt alles, was man sieht vergrößert, die Farben werden plastischer und Stille umgibt einen. Unter Wasser ist man schwerelos und mühelos kommt man voran (wenn man genug Luft mitgebracht hat) und es eröffnet sich eine ganz andere Welt. Man kann mit dem Körper und seinen Sinnen den Kontakt mit dem Wasser und seinen Bewohnern aufnehmen. Hier ist die Sprache unwichtig, dennoch dringen Geräusche und Klänge an das Ohr. Beim Tauchen bewegt man sich mit dem Wasser, nicht dagegen. Das Wasser wiederum unterstützt ihre Bewegungen. Das Zeitempfinden ist unter Wasser ziemlich aufgehoben. Jetzt ist immer. Die Wahrnehmung beim Tauchen ist ganzheitlich. Man kann ganz im Wasser aufgehen. Kommt man wieder an die Oberfläche, ist man erneut den Gesetzen der Schwerkraft ausgesetzt, bringt aber tiefe Eindrücke mit.

Geheimnisse lüften
Das zwölfte Haus oder das Boot stellt die Aufgabe, unterzutauchen und die Geheimnisse der untermeerischen Tiefe zu lüften. Keine leichte Aufgabe, da sich das nur in Selbstvergessenheit vollbringen lässt. Durch absichtsloses Gleiten oder Fischen im Trüben kann mancher Schatz geborgen werden. Im zwölften Haus kann man nur etwas finden, wenn man vergessen hatte, das man es sucht. Man gleicht einer Wegfinderin, die sich bis kurz vor dem Ziel orientiert und dann einfach weitergeht, ohne ankommen zu wollen. Vielleicht findet sie dann das Ziel, weil sie das Gehen entdeckt, oder das Atmen oder irgendetwas ganz anderes, in dem sie aufgehen kann. Sie geht und lässt gleichzeitig geschehen, ohne länger selbst eingreifen zu wollen, gelöst und ganz in ihr Tun versunken. Sie riskiert dabei, völlig vom Weg abzukommen, in die Irre zu laufen und nicht mehr zurückzufinden. Sie gewinnt, wenn sie ankommt, Vertrauen ausbildet in die magnetische Anziehungskraft der Führung, die sie leitet, wenn sie sich ihr ganz absichtslos überlässt.

Spüren und ahnen in Selbstvergessenheit
Das zwölfte Haus verfeinert die subtile Wahrnehmung. Hier kann man spüren, ahnen, scheinbar unbegründet "wissen". Die Wege, die durch das zwölfte Haus führen, sind verschlungen, unsichtbar und nicht zu finden, wenn man es nicht schafft, sich zu lösen. Lösen heißt, sich von Ansprüchen lösen, von Erwartungen lösen, von Wünschen lösen. Die Hoffnung aufgeben und sich überlassen. Die Prüfung findet auf der tiefsten Vertrauensebene statt. All mein Wissen hilft mir nichts, wenn ich mich nicht vertrauensvoll einer tieferen Weisheit hingeben kann, mich fallen lassen kann. Die Weisheit des zwölften Hauses, des Bootes, kommt erst, wenn ich losgelassen, meinen Willen aufgegeben habe, zum Vorschein. Mitgehen ohne unterzugehen, teilnehmen, ohne mit dem Ego dabei zu sein, präsent sein in Selbstvergessenheit, das sind die Wege, die hineinführen. Im zwölften Haus nimmt die Erlebnistiefe zu. Weil man sich einem größeren Erleben anvertraut und mitschwingt, kann man auch mitfühlen. Es gibt dann kein Problem, das außerhalb von mir liegt, sondern eher das Erfassen einer anwesenden Wellenbewegung, Schwingung, mit der ich mitschwinge und die sich dadurch verändern kann. Jeder, der von ihr erfasst wird, ist auch für ihre Bewegung mitverantwortlich.

Spiegelkraft
Im Boot hängen alle Mitfahrenden von einander ab. Keiner kann sich zurück ziehen, keiner kann ausfallen, sonst droht allen der Untergang. Konflikte, die auf dem Wasser auftreten, verlangen eine sofortige Klärung, weil es keine Fluchtmöglichkeiten gibt. Das zwölfte Haus spiegelt ganz deutlich das, was ist. So wie ich hineinschaue, schaut´s auch wieder heraus. Es gibt darin nichts zu finden außer mir selbst. Liebe ich das Boot, den Sprung ins unbekannte Wasser, das Eintauchen in die Tiefe, begegne ich in den Untiefen des Gewässers auch Liebe. Hasse ich es, mich ins Unbekannte Wasser zu wagen, begegne ich Hass. Werde ich darin traurig, begegne ich Traurigkeit, habe ich Hoffnung, treffe ich auf Hoffnung und so weiter. Ich blicke in alle meine Gefühle und begegne ihnen durch den Spiegel. Kann ich sie erkennen und als mir zugehörig zuordnen, dann kann ich auch in ihnen aufgehen, mit ihnen eins werden und mich ihnen überlassen, solange, bis ich erkenne, dass sie nicht mehr als eine Wellenbewegung im Ozean sind, die durch die Unruhe des Ego hervorgerufen werden. Verweile ich still, kann ich tiefer sinken, tiefer tauchen und finde dann den ruhenden Pol des Selbst, das schaut und sich dabei erkennt. Im Erkennen liegt Glück. Die tiefe Selbstschau, die einem Eintauchen in die Tiefen des Ozeans gleicht, macht glücklich, denn sie entsteht, nachdem sich die Wellen beruhigt haben und das Spiegelbild klar erscheint. Es gibt darin gar nichts zu sehen. Form ist eine Illusion, Gefühle sind Illusion, Leidenschaft ist eine Illusion und Gedanken sind Illusionen, "weiß" das zwölfte Haus. Keine Illusion ist, dass die Gesamtheit der Eindrücke das Leben ausmacht. Im zwölften Haus findet eine wirkliche Umkehr statt, zufrieden kann man anerkennen, dass es so ist, wie es ist und dann loslassen, um sich nach innen zu richten. Gehen lassen, Geschehen lassen. Einatmen und Ausatmen, mehr ist nicht zu tun und alles entfaltet sich von selbst. Aus der tiefen inneren Ruhe heraus lässt es sich gut leben. Es gibt dann viel zu erledigen, aber wenig zu tun. Der eigene gereinigte Spiegel klärt auch die anderen, die hineinblicken und so ebenfalls sich selbst erkennen.
Im zwölften Haus stellt sich heraus, dass das Leben auch ein Opfer ist. Wenn ich mich dem Leben übergebe, dann heißt das, dass ich ab heute dazu beitrage, es zu schützen und für es zu sorgen, mit den besten Mitteln, die mir zur Verfügung stehen.

Das Ritual des Bootes
Begib dich an ein Wasser und schaue hinein. Bastele kleine Schiffchen oder eine Flaschenpost, auf denen du loslässt, was dich beschäftigt, und lasse sie von der Strömung wegtreiben. Lege auch deine Wünsche und Hoffnungen hinein und übergib sie dem Fluss. Zünde kleine Schwimmkerzen an und schicke sie los zum Zeichen deiner Dankbarkeit, dass du bis zum heutigen Tag beschützt wurdest.
Du kannst dieses Ritual auch in Form einer Traumreise ausführen. Stell' dir vor, dass du dich auf einem Boot befindest. Du springst ins tiefe Meer. Die Wellen umspülen deinen Körper. Du kannst loslassen und hinabtauchen. Genieße das Wasser, das dich trägt und deine Schwerelosigkeit. Warte, was dir begegnet ...

Entnommen in leicht veränderter Form aus: Göttinnenzyklus, von weisen Frauen, ihren Künsten und Wirkstätten, Ulla Janascheck und Cambra Skadé

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