HomeHoroskopePersönlichkeitenHabemus Papam - Papst Benedikt XVI.

Habemus Papam - Papst Benedikt XVI.

Von Mona Riegger 

 Am Nachmittag des 19. April 2005 stieg um 17 Uhr 49 weißer Rauch auf über der Sixtinischen Kapelle zu Rom. Joseph Kardinal Ratzinger war zum 265. Papst in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche gewählt. Er gab sich den Papstnamen Benedikt XVI. und spielte bei seiner Namenswahl zum einen auf den Ordensgründer Benedikt von Nursia, aber auch auf seinen Namensvorgänger Benedikt XV. (Pontifikat 1914–1922) an, der als »Friedenspapst« bezeichnet wurde. Ob Papst Benedikt XVI. zumindest innerhalb der katholischen Kirche für Frieden sorgen kann, bleibt abzuwarten. Hocherfreut über die Entscheidung des nur 26 Stunden andauernden Konklave waren jedenfalls nicht alle, am wenigsten er selbst. 


ratzinger
Kardinal Ratzinger bei seinem Besuch in Szczepanów, Polen, Mai 2003.

Betrachtet man das Horoskop von Benedikt XVI. so mag man ihm gerne glauben, dass ihm nicht sonderlich daran gelegen war, jetzt noch ein so hohes, öffentliches Amt zu begleiten. Sein Fische-Aszendent mit Jupiter, als alter Herrscher der Fische, in Konjunktion und Neptun, der neue Herrscher, im 6. Haus mag ihn zwar für ein Leben im Dienste des Glaubens prädestinieren, aber für ein Leben an vorderster Front scheint er damit physisch nicht besonders kräftig ausgestattet zu sein. Schon 1977, im Alter von 50 Jahren, wollte er aus gesundheitlichen Gründen die Bischofswürden nicht annehmen, 1991 erlitt er eine Gehirnblutung und ist seither auf starke Medikamente angewiesen.


Radix: Joseph Alois Ratzinger, 16.4.1927, 4.15 h MEZ, Marktl am Inn,
Quelle: IHL, Standesamt

Den Glauben begreifen
Theologie wollte Joseph Ratzinger nach eigenen Angaben studieren, um „den Glauben zu begreifen“. Der spirituell Suchende lässt sich gut an seinem Fische-AC, seinem Jupiter am AC und dem großen Trigon zwischen Sonne, Neptun und Schütze-MC erkennen. Der Dogmatiker und Fundamentaltheologe, als der er im Alter von 31 Jahren eine Professur in Freising antrat, spiegelt sich eher in seinem hochgestellten Schütze-Saturn im 9. Haus wider. Als er mit 24 Jahren, am 29.6.1951, zum Priester geweiht wurde, hatte er sich jedoch davor lange mit der Frage gequält: „ob er, der er sich selbst als »ungeschickt« bezeichnet, gut genug mit Menschen umgehen oder ein Leben lang das Zölibat einhalten könne.“
Welche Konstellationen im Horoskop man braucht, um tatsächlich ein Leben lang zölibatär leben zu können, mit dieser Frage habe ich mich noch nicht beschäftigt. Aber ein Pluto, als Herrscher von 8, an der Spitze des 5. Hauses, der auch den extremen Verzicht auf etwas, das Spaß macht bedeuten kann, ist hierbei zumindest nicht hinderlich. Auch ein Zwillinge-Mars, noch dazu im Quadrat zur Merkur-Uranus-Konjunktion, lässt sich vielleicht leichter für die Geisteslust, denn für die Fleischeslust begeistern.
Immerhin ist Mars auch Mitherrscher des 1. Hauses (Widder eingeschlossen) und beschreibt im Zeichen Zwillinge sowie im 4. Haus recht deutlich, dass sich der Schwerpunkt seiner Schaffenskraft im geistig-intellektuellen Bereich ansiedelt und dies am liebsten beim Rückzug ins Private (4.Haus). Doch mit einer Widder-Sonne im ersten Haus dürfte ihm dies nicht allzu oft gelingen, denn diese fordert auf der anderen Seite physische Präsenz, bei allem was er tut.

Der Gott des Glaubens und der Gott der Philosophie
Vielleicht lässt er sich Dank seines Fische-Aszendenten bei der Suche nach der richtigen Entscheidung dann aber doch immer wieder eher von Gott oder einer inneren Stimme leiten, denn gegenüber einem Journalisten erwähnte er einmal: »Ich war überzeugt, dass Gott etwas von mir wollte, das nur erreicht werden konnte, indem ich Priester wurde.«
Als Seelsorger im klassischen Sinne arbeitete Ratzinger jedoch kaum. Sein Leben war die Hochschule, die Lehre, das Schreiben und die Auseinandersetzung mit „dem Gott des Glaubens und dem Gott der Philosophie“. Zu diesem Thema hielt er 1959 seine Antrittsrede an der Universität von Bonn, als ordentlicher Professor für Fundamentaltheologie, und es gibt wohl keine bessere Beschreibung für die Bereiche und Themen, die einen Menschen mit Schütze-Saturn im 9. Haus interessieren.

 Einmal Reformer und zurück
Doch Ratzinger wäre nicht „der Ratzinger“, der auch spaltet und polarisiert, Funktionäre wie Gläubige in zwei Lager spaltet, in glühende Anhänger seiner „reinen Lehre“ und jene, die jetzt, da er Papst geworden ist, am liebsten aus der katholischen Kirche austreten würden. Hoffnung auf Reformen, auf Liberalisierung und Öffnung der Kirche in Fragen wie: Priesterehe, Empfängnisverhütung, Abtreibung, Homosexualität oder Frauen im Priesteramt, versiegen.

Möglicherweise tut man ihm da aber Unrecht! Ein Blick auf sein Horoskop verrät, dass er mit einer Merkur-Uranus-Konjunktion im 1. Haus durchaus mit einer Wandlungs- und Reformfähigkeit ausgestattet ist. Schon einmal, Mitte der 60iger Jahre, machte sich Ratzinger als Reformer, mit liberaler Grundeinstellung, einen Namen. Doch die offenen Proteste der 68iger Generation schockierten ihn so, dass er den Glauben durch „aufkommende Beliebigkeit“ gefährdet sah. In dieser Zeit (1966) stand der Transit-Saturn in Konjunktion zu seinem AC und Transit-Pluto in Opposition dazu am DC. Der einst als Reformer gehandelte Ratzinger wandelte sich zum Bewahrer und behielt fortan sein konservatives Image. Das muss jedoch nicht so bleiben! Nach seiner Wahl bezeichneten ihn viele Beobachter als einen »altersmilden« Papst und schon mit seinen ersten Worten an die Öffentlichkeit forderte er – für viele überraschend – Fortschritte in der Ökumene.

Transit-Pluto am MC - Der Weg zur Guillotine?
Zum Papst gewählt wurde Benedikt XVI. mit Transit-Pluto am Schütze-MC. Die radikal-konservative und dogmatische Zeit im Leben des Joseph Ratzinger könnte mit Plutos Abschied von seinem 3. Quadraten beendet sein. Dass er den Moment seiner Wahl zum Papst unter diesem herausragenden Pluto-Transit am MC selbst als einen Art Gang zur Guillotine beschreibt, spricht Bände. Und wieder appelliert er in dieser plutonischen Lebensphase, die unerbittliche Hingabe, Demut und Opferhaltung vom ihm (und seinem Fische-AC) verlangt, an Gott und beschreibt den Moment sehr eindringlich so: "Als das Fallbeil auf mich herabfiel und mir ganz schwindelig zumute wurde, habe ich zu Gott gebetet "bitte tu' mir das nicht an!", aber "offenkundig hat Er mich dieses Mal nicht erhört".

Kurz danach rufen die Pilger auf dem Petersplatz: „Benedikt, Gott geschickt!“ und es bleibt abzuwarten, ob sich besagte „Altersmilde“, gepaart mit Fische-AC Konjunktion Jupiter nicht doch noch segensreich für ihn und die Gläubigen auswirkt.

Im Jahr 2008 wird der Transit-Uranus auf dem Aszendenten des Papstes angekommen sein. Vielleicht kann er sich ja dann in den so sehr gewünschten Ruhestand zurückziehen?

 

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