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Haus 2 - der Niederlassung den Boden bereiten

Von Ulla Janaschek
 
 Die Niederlassung bereitet den Boden für ganz andere Erfahrungen als die in der Wildnis gesammelten. Beschließt ein Mensch, sich niederzulassen, dann sucht er zunächst nach einem Ort, der optimale Bedingungen bereitstellt, um seine Entwicklung zu schützen und ihn zu ernähren. Das zweite Haus stellt diese und andere Aufgaben.

Eine Niederlassung zeichnet sich aus durch ihren begrenzten Raum, in dem das Leben stattfindet, Arbeiten verrichtet, Speisen eingenommen und Vorräte angelegt werden können. Es ist entweder ein Haus, ein Zelt, eine Höhle oder ähnliches, das einen mit einem Dach über dem Kopf und schützenden Wänden versorgt. Der Wunsch, sich niederzulassen, entspringt dem Bedürfnis nach Sicherheit, die gewährleistet, dass man Fuß fasst, seine Wurzeln ausbildet, einen Lebensraum vorbereitet, der einen trägt und Schutz bietet. So ist auch die Aufgabe des zweiten Hauses, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Frühzeitliche Menschen sorgten dafür, dass sich die Göttin in ihrem Lebensraum niederließ. Ihr Sitz war entweder ein Berg, ein Baum oder ein Gebäude, das ihr zu Ehren errichtet wurde. Ein Ort, der nur der Göttin geweiht war, und den man aufsuchen konnte, um sich von ihr Rat und Hilfe zu erbitten, der den Suchenden Zuflucht gewährte und die ihm innewohnende Kraft schützte.

Basisarbeit und ökologische Anpassung
Im zweiten Haus ist man damit beschäftigt, die Lebensbasis einzurichten. Die Entscheidung, sich niederzulassen fordert ebenso dazu auf, sich mit den Bedingungen und Gesetzmäßigkeiten des Ortes auseinander zu setzen, jenen zu erkunden und dann Möglichkeiten zu finden, sich die Gegebenheiten zunutzen zu machen. Es ist beispielsweise notwendig, den Boden zu prüfen und zu bestellen, damit darauf die nährenden Pflanzen wachsen, Materialien zu suchen, mit der die Behausung gebaut werden kann und sie so zu verarbeiten, dass sie auch bewohnbar sind.
Die Arbeiten und Aufgaben des zweiten Hauses sind einfach, aber grundlegend wichtig. Hat man sich niedergelassen, findet man als nächstes eine tägliche Routine, mit der alles erledigt wird, was der Erhaltung und Bewahrung dient und die eine gewisse lebensunterstützende Ordnung in sich trägt. Hat sich so ein bestimmter Rhythmus eingespielt, kann man von hier aus Beziehungen zur Nachbarschaft aufbauen. Die Niederlassung fordert ihre Bewohner dazu auf, sich den ökologischen Gesetzmäßigkeiten anzupassen und mit ihnen zu arbeiten. So können Innuit keine Kokosnüsse anbauen oder Afrikaner brauchen keine Fellmützen zu tragen. Die erlernten Fähigkeiten und Bedürfnisse orientieren sich an den Gegebenheiten der Umwelt. Jeder Ort, jede Niederlassung fordert andere Anpassungen und birgt andere Anforderungen in sich. Deshalb ist es wichtig, einen stimmigen Ort zu finden, der mit den Bedürfnissen des persönlichen inneren Wesens übereinstimmt und die eigenen Fähigkeiten bei ihrer Ausbildung unterstützt. Manche Menschen halten sich viele Jahre in Umständen auf, die nicht zu ihnen passen, nur weil sie sich irgendwann einmal an einem Ort niederließen. Dort errichteten sie so viele Sicherheiten, dass es ihnen schwer fällt, diesen wieder verlassen zu können. Sich niederzulassen bedeutet, sich erden und damit unbeweglicher zu sein. Es beinhaltet eine gewisse Schwere, die sich dadurch einstellt, dass man sich innerhalb bestimmter festgelegter Grenzen bewegt. Weise spirituelle Führer raten beispielsweise alle drei Jahre den Wohnort zu verändern, da sich sonst die Gewohnheiten zu stark verfestigen und den Geist durch diese Anhaftung begrenzen.

Niederlassung, Schutz und Anbindung
Die Niederlassung ist die Basis des Familienlebens. Sie ist der Raum, in welchem ein solches stattfinden kann, der die Zusammenkunft und gemeinschaftliches Erleben ermöglicht. Sie schützt den Einzelnen und die Kleingruppe, ist der Rahmen einer Beziehung oder einer Familie. Je nach Bedürfnis wählt man eine passende “Behausung”, die mit ihrem Raum schützt, was einem am Wichtigsten erscheint. In diesem Raum sammelt man dann Weiteres, von dem man glaubt, es zu brauchen, an. Die Sicherheitsbedürfnisse der Einzelnen sind verschieden und können ebenfalls von Zeit zu Zeit variieren, aber das grundlegende Bedürfnis nach Sicherheit ist bei jedem gleich.

Sicherheiten
Finanzielle Sicherheit ist ebenfalls ein Thema des zweiten Hauses. Sie ergibt sich daraus, dass ich eine oder mehrere meiner Fähigkeiten anbiete, um damit einen Wert zu tauschen. Ich stelle etwas her, was ich gebe, um dafür eine angemessene “Bezahlung” zu empfangen. Soviel Wert, wie ich mir selbst zugestehe, kann ich auch von anderen entgegen nehmen. Diesen Wert zu finden ist ebenfalls die Aufgabe des zweiten Hauses oder der Niederlassung. Lebe ich in einem sicheren Raum, kann ich darin auch verschiedene Fertigkeiten ausbilden. Dann habe ich eine Bleibe, und meine Aufmerksamkeit ist nicht mehr, so wie in der Wildnis, mit ständig neuen Herausforderungen konfrontiert. Im geschützten Raum steht mir auch mehr Zeit zur Verfügung und ich kann mich also länger mit einer Sache beschäftigen.
Ein weiteres Thema des zweiten Hauses ist damit das “Dabeibleiben”, die ausdauernde Beschäftigung mit einem Material, das ich bearbeite, damit es mir beim Verrichten der täglichen Arbeiten hilft. Im zweiten Haus stellt man nützliche Dinge her, Werkzeuge oder Kleidung, Gefäße: Notwendiges, um zu überleben. Man düngt und bereitet den Boden des Feldes auf das Wachstum vor. Man studiert die Bedingungen, die die Örtlichkeit mit sich bringt und richtet sich dann gemütlich ein, um erst einmal in Sicherheit zu sein.
Dies ist eine weitere Aufgabe des zweiten Hauses: die gründliche Vorbereitung und das Anfertigen von nützlichen Dingen. Auf geistige Prozesse übertragen stellt sich beim Niederlassen die Aufgabe, Grenzen anzuerkennen und sich innerhalb dieser so zu bewegen, dass man mit seinem praktischen Verstand den Raum belebt. Der Geist bildet also seine praktischen Fähigkeiten aus, die als Reaktion auf die Bedingungen und Anforderungen, die die Umwelt stellt, erwachsen.

Regeln und Gesetze
Hat die Göttin sich niedergelassen, ruht sie in sich und verweilt in Erkenntnis. So kann sie ihre Umgebung prüfen und sich selbst. Sie kann darüber reflektieren, wie sie die Bedürfnisse der Wesen, die ihren Raum bewohnen, nährt und unter welchen Bedingungen sie am besten gedeihen. Sie kann Gesetze erfinden, die die Grenzen der Einzelnen schützen und unter denen eine Ordnung entsteht, die eine allgemeine Weiterentwicklung ermöglicht. Daraus kann sich eine grundlegende Moral entwickeln, die richtig und falsch definiert und damit festlegt, was Gut und Böse ist. Weil die Göttin sich niedergelassen hat, ist nun auch ihre Wahrnehmung auf den Ort ihrer Niederlassung beschränkt. Ihr Schutz gilt den Nahestehenden und deshalb entwickelt sie im Wechselspiel mit den herrschenden Bedingungen besondere Eigenschaften, um sie ernähren zu können. Aus diesem Grund gibt es auch so viele verschiedene Göttinnen, denn jeder Lebensraum verlangt andere Gesetze und Fähigkeiten von der übergeordneten kollektiven Kraft. Ändert sich der kollektive Bewusstseinsstand, ändert sich damit auch die Kultur und deren Erkenntnisfähigkeit. Einem göttlichen Archetypen werden dann neue Eigenschaften zugeordnet.

Körper und Sinne
Das zweite Haus stellt auch die Aufgabe, ein Körperbewusstsein zu entwickeln, das den Raum öffnet für sinnliche Erfahrungen. Sind Lebensraum und Existenz gesichert, “läuft” der Alltag, gibt es regelmäßige Mahlzeiten und die Speisenzubereitung wird ebenfalls reichhaltiger. Darüber entwickelt sich der Geschmack und der Geruch. Der Mensch lernt zu unterscheiden, was gut schmeckt und was nicht. Aufgrund der Vorräte, die er sich angelegt hat, ist er nicht mehr darauf angewiesen, alles wahllos in kürzester Zeit zu verschlingen. Er hat mehr Zeit zur Zubereitung der Speisen und zum Essen. Darüber kann sich auch ein tieferes Bewusstsein ausbilden. Die Nächte verlaufen ungestörter in einer Niederlassung und deshalb können sich jetzt auch Techniken entwickeln, die das Liebesspiel bereichern. In einer sicheren Umgebung, im geschützten Raum, können die Sinne tiefer erfahren werden. Im zweiten Haus erwirbt man sich Bewusstsein über die Befriedigung der grundlegenden Bedürfnisse. Man lernt, die eigene Bedürftigkeit anzuerkennen und für sie zu sorgen, indem man praktische Schritte unternimmt, die die innere Bedürftigkeit in Fülle verwandeln. Man lernt, den Erdgöttinnen gleich, den inneren Reichtum so zu entwickeln, dass man mit diesem seinen Lebensraum füllt und bewahrt. Man lernt, sich zu ernähren, den eigenen Lebensraum zu schützen und sich über den Körper bewusst zu werden. Man lernt, zu beobachten, Schlüsse zu ziehen und die inneren Gesetze den Bedingungen des Lebensraumes anzupassen, eine Moral auszubilden, mit der man überleben kann.

Orientierungsstufe
Das zweite Haus wird traditionell dem Alter von sechs bis zwölf zugeordnet. Ein Kind kommt in die Schule und lernt, Regeln zu folgen, sich zu disziplinieren, Leistungen zu erbringen und sich in einer sozialen Gruppe zu bewegen, die von ihm verlangt, dass es sich einfügt. Es bekommt Aufgaben gestellt, die es sich nicht selbst aussucht (Hausaufgaben) und lernt sie zu erledigen, obwohl es vielleicht keine Lust hat. Es lernt so, sich in die Lebensstruktur seines Lebensraumes einzufügen und Fähigkeiten zu entwickeln, die den Grundstein seiner Ausbildung legen und auch die Basis für sein weiteres Leben bilden. Wird es in dieser Zeit von seiner Familie unterstützt und lernt, sich so einzufügen, dass seine persönlichen Wertvorstellungen trotz allem akzeptiert werden, dann bildet sich eine Sicherheit aus, auf die es sich noch Jahre später berufen kann. Es begegnet in diesen Jahren seinen Selbstzweifeln und Unsicherheiten. Es wird “bewertet”, mit anderen verglichen und daraus ergibt sich ein bestimmter Rang. Es lernt aber auch, sich durchzusetzen, seine Kräfte zu messen und sich selbst realistisch zu beurteilen. In dieser Lebensphase sind Jungen und Mädchen sich noch sehr fremd. Es geht erst einmal darum, sich innerhalb des eigenen Geschlechts seinen Platz zu erobern. Für Jungen sind väterliche Bezugspersonen wichtiger und für Mädchen mütterliche. So kann sich im zweiten Haus auch das Bewusstsein über das eigene Geschlecht ausbilden.

Das Ritual der Niederlassung

Suche einen bequemen Platz in deiner Wohnung, an dem du dich gerne niederlässt. Versuche, zu formulieren, warum du dich in deiner Wohnung sicher fühlst. Welche Atmosphäre trägt dazu bei. Was sind die grundlegenden Merkmale, mit denen du deine Sicherheit definierst? Dann dehne dein Bewusstsein ein wenig aus. Wie fühlt sich die direkte Nachbarschaft an? Wie sicher fühlst du dich mit dem, was deine Niederlassung umgibt? Nach welchen Regeln leben diese Menschen, was ist ihnen gemeinsam wichtig? Wie passt du dich ihnen an, auf welche Weise? Passt dieses Verhalten zu dir? Dann dehne dein Bewusstsein weiter aus. Auf das Bundesland, in dem du lebst, auf das Land, auf den Kontinent und auf die Erde. Versuche, jeweils die kollektiven Regeln, die gemeinsam eingehalten werden, zu spüren und zu benennen. Dann kehre zurück, in die Begrenztheit deiner Wohnung. Was ist dein spontanes Bedürfnis, das sich jetzt meldet? Erlaube dir, dieses Bedürfnis zu erfüllen. Unternimm etwas, was diesen Beschluss bekräftigt, eine Handlung.

Entnommen in leicht verändertet Form dem Göttinnenzyklus – von weisen Frauen, ihren Künsten und Wirkstätten, Ulla Janascheck, Arunverlag.
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