HomeHoroskopeKünstlerJohnny Cash - Stärke, die aus der Schwäche kommt!

Johnny Cash - Stärke, die aus der Schwäche kommt!

Von Monika Heer

 "Es gibt eine Stärke in meinen Songs, die aus der Schwäche kommt". Das war Johnny Cashs Kommentar zu seinem hochgelobten vierten American Recordings Album "The Man Comes Around", das 2002 pünktlich zum 70. Geburtstag erschien.

Das geschulte Astrologenauge erkennt hier unschwer die Altersweisheit eines Fischegeborenen, der um all die Höhen und Tiefen des Lebens weiß. Zwei verschiedene Geburtsdaten und damit zwei verschiedene Aszendenten kursieren indes in den einschlägigen Nachschlagewerken und Datenbanken.


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                                                                                    Version 1: Johnny Cash, 26.02.1932 um 7:30 in Kingsville, Arkansas (lt. Taegers IHL eine Angabe der Mutter)



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                                                                             Version 2: Johnny Cash, 26.02.1932 um 8:09 in Kingsville, Arkansas (lt. Taeger ist die Quelle für diese Uhrzeit unbekannt)


Da eine ganze Reihe von Ereignissen aus dem Leben von Johnny Cash offiziell bekannt sind, bietet sich der Versuch einer Geburtszeitkorrektur an, so wie sie Philip Schiffmann in seiner kleinen Artikelreihe zur Horoskopkorrektur zuletzt beschrieben hat. Hier jedoch möchte ich zentrale Themen im Horoskop dieses großen alten Mannes der amerikanischen Country-Szene beschreiben, der im letzten Jahr am 12. September im Alter von 71 Jahren verstarb. Knapp vier Monate, nachdem seine geliebte Ehefrau June Carter Cash diesen Planeten verlassen hatte.

Geballte Fische-Power
In beiden Horoskopen sehen wir die Sonne im Zeichen Fische in enger Konjunktion zum Merkur, 16 bzw. 17 Bogenminuten sind sie voneinander entfernt. Gemeinsam bilden sie eine weite Konjunktion mit Mars bei einem Orbis von etwas mehr als fünf Grad. Dazu der rückläufige Neptun genau gegenüber der Sonne. Geballte Fischepower also! Auch bei einem möglichen und denkbaren Widder-Aszendenten.

Ganz unabhängig vom Regelwerk eines verbrannten Merkur oder Merkur Kasimi, wie ihn die Araber kannten, können wir bei Johnny Cash sicher sagen, dass er die außergewöhnliche Begabung besaß, sich sogar die Songs und Worte anderer Künstler so anzueignen, dass sie unmittelbarer Ausdruck seiner Persönlichkeit wurden. Frappierend deutlich zu beobachten in seinen letzten Lebensjahren, man denke nur an die Coverversion von Depeche Mode`s „Personal Jesus“. Zudem war er einer, der oft genug kein Blatt vor dem Mund nahm, sagte, was er denkt und fühlt, ungeachtet aller Schwierigkeiten. Und die hatte ein Johnny Cash reichlich in seinem wechselvollen Leben.

Fast erscheint er als ein lebendig gewordener Archetypus des Fische-Zeichens, das für gewöhnlich mit den Schlagworten „gläubig, mystisch, suchtgefährdet, sensibel und phantasievoll, unvernünftig und wirklichkeitsfremd“ charakterisiert wird.

Country, Drugs and Rock`n Roll
Seine Drogen-Abstürze sind hinlänglich bekannt. Um 1959 datieren die Biografen erste Erfahrungen mit Amphetaminen, nicht verwunderlich bei einem Arbeitspensum von ca. 300 Auftritten im Jahr. Zu diesem Zeitpunkt ist Johnny Cash bereits ein All American Star, hatte seinen ersten Auftritt im Mekka der amerikanischen Country-Music, in der Grand Ole Opry, längst absolviert. Übrigens ganz in schwarz gekleidet, entgegen jeglicher Konvention im sonst durchaus farbenfrohen, folkloristischen Nashville der fünfziger Jahre.

Mehrere Top 20 Hits hatte er seit 1955 und seiner ersten Single beim legendären Sun Records Label in den Country Charts gelandet und schon einige Male den Crossover in die Pop Charts geschafft. Einer also, der sich zwischen den verschiedenen Genres und Welten bewegt. Eindeutigkeiten verweigert, schwer zu fassen ist mit den hinlänglich bekannten Kategorien, nicht nur musikalisch, sondern in seinem gesamten Sein. Kris Kristofferson, ein Seelenverwandter, hat ihn einmal einen wandelnden Widerspruch genannt und andere „a natural outlaw“.

Sein Drogenkonsum jedenfalls steigerte sich zu Beginn der sechziger Jahre beträchtlich. Er legte im Rausch ein Feuer und entzündete damit einen stattlichen Waldbrand. 1965 wurde er im Oktober in El Paso verhaftet, mit einem Gitarrenkoffer voller Pillen. Im selben Jahr profilierte er sich als Urvater des Punk, indem er bei einem weiteren Konzert in der Grand Ole Opry die komplette Bodenbeleuchtung mit einem Mikroständer zertrümmerte. Fast schien seine Karriere sich einem vorschnellen Ende zuzuneigen, doch wie durch ein Wunder wurde Johnny Cash gerettet. Oder rettete er sich selbst? Wer kann das bei einem Fischegeborenen schon immer so genau sagen?

Ein Traum wird wahr
Spätestens Anfang 1968, als Johnny Cash während eines Konzertes auf der Bühne June Carter einen Heiratsantrag machte, zeichnete sich der Ausweg aus dem Drogensumpf ab und ein neuer Lebensabschnitt begann. Die zwei Liebenden kannten sich jedoch schon sehr viel länger, hatten 1963 mit Merle Kilgore gemeinsam einen der großen Cash-Hits geschrieben „A Ring of Fire“. June Carter war einige Jahre mit Carl Smith verheiratet, einem “drinking buddie“ von Mister Cash. 1961 hatte sie mit ihrer Band, den legendären Carter Sisters, die Johnny Cash Road Show auf Tour begleitet. Und sie war eine der Töchter von Mother! Maybelle Carter, einer Ikone und Institution der amerikanischen Countrymusik in den dreißiger Jahren. Schon 1937 hatte June im zarten Alter von acht Jahren mit ihren Schwestern Helen und Anita erstmals auf der Bühne gestanden.
Es ist überliefert, dass Johnny Cash noch vor der ersten Ehe und bevor er berühmt wurde, fest davon überzeugt war, dass er June Carter eines Tages heiraten würde. 1967 wurde aus der jahrelangen Freundschaft die ganz große Liebe.



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                                                                                                                                  Johnny Cash und June Carter Cash, 1988 zu Besuch in London

Man muss nun wahrlich kein Romantiker sein, um zu begreifen, dass sich hier offensichtlich Zwei gesucht und endlich zueinander gefunden hatten. 35 Jahre waren sie verheiratet und sind 2003 im Abstand von grad mal vier Monaten gestorben.

Auch wenn von June Carter keine Geburtszeit bekannt ist, sprechen die synastrischen Aspekte für sich. Mit ihrer Sonne-Saturn Opposition wurde June zum stabilisierenden Faktor und ruhenden Pol im Leben des zu diesem Zeitpunkt haltlosen Cash. In der Fische-AC Horoskopversion finden wir Saturn direkt auf dem MC von Johnny Cash, ihre Krebs-Sonne fällt in sein viertes Haus, eine Art Homeground entstand mit dieser Ehe.



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                                                                                          June Carter Cash, 23.06. 1929 in Maces Springs, VA, USA, hier mit einer angenommenen Geburtszeit von 12 Uhr

Dass Johnny Cash eine selbstbewusste und durchaus unkonventionelle Ehefrau suchte, die gleichzeitig jedoch bindungswillig war, kann man seiner Venus-Uranus-Konjunktion im Widder im Quadrat zu Pluto entnehmen. Die Eheschließung mit June Carter Cash läutete einen neuen Lebensabschnitt ein, beide brachten Kinder aus ihren früheren Ehen mit. Rosanne Cash und Carlene Carter sind mittlerweile als Musikerinnen mit eigenständigen Karrieren, trotz der berühmten Eltern, bekannt.

Rebell und sozialer Aktivist

Schon Mitte der fünfziger nahm Johnny Cash eine Reihe von Anläufen, um traditionelle amerikanische Gospelsongs auf Vinyl zu veröffentlichen. Doch tief religiös und gläubig wurde er erst im Zusammenleben mit June Carter Cash. Es wäre gemein, hier von einem verstrahlten amerikanischen Urchristentum zu sprechen, was manche Kritiker tun. Tatsache aber ist, dass die Cashs mit dem amerikanischen Prediger Billy Graham eng befreundet waren, jemandem also, der bekannt ist für seine fundamentalistisch - christlichen Ansichten und sich selbst als „das Maschinengewehr Gottes“ bezeichnete.

Möglicherweise ist es genau diese Mischung aus fischiger Religiösität im Sinne von Ahnung eines größeren Ganzen und dem widdrigen ungebremsten Zorn eines Mars, die im Leben des Johnny Cash so wirksam wurde. Denn Mars ist in der ersten und auch in der zweiten vorliegenden Horoskop-Version Herrscher bzw. Mitherrscher des Aszendenten (durch den eingeschlossenen Widder im ersten Haus).

Eine ganz spezielle Mischung, die den schon fast verloren Geglaubten nach seiner „Erlösung“ zum sozialen Aktivisten eigener Couleur werden ließ. Im Januar 1968 und Februar 1969 fanden die berühmten Gefängnis-Konzerte statt. „Live at Folsom Prison“ und „Live at San Quentin“, mit denen seine Karriere erneut steil bergauf ging. Gleichzeitig engagierte er sich mit seiner Frau ab Anfang der siebziger Jahre verstärkt für die Bürgerrechte der Indianer. Und 1971 war er der namhafteste Sänger der gesamten Country-Szene, der offen gegen den Krieg der USA in Vietnam Stellung bezog. Und tatsächlich etwas zu verlieren hatte! In seinem legendär gewordenen Song vom „Man in Black“ gab er 1971 das Versprechen, solange schwarz zu tragen, bis sich die Verhältnisse ändern: „`Til things are brighter, I`m the man in black“.

Sein Mitgefühl für die sozial Schwachen, Ausgestoßenen und Unterdrückten hinderte ihn jedoch nicht daran, sowohl mit Richard Nixon als auch mit Ronald Reagan befreundet zu sein und deren Einladungen ins Weiße Haus zu folgen.

Spätes Comeback
In den achtziger Jahre erlebte Cashs Karriere einen erneuten Einbruch. Trotzdem gab er weiterhin zahlreiche Konzerte. 1986, zu einem Zeitpunkt als der laufende Saturn zum zweiten Mal dem MC näherrückte, trennte sich Cash nach 28 Jahren von seiner Plattenfirma Columbia, nicht ohne vorher den Bossen von CBS mit seinem Abschiedsalbum „Chicken in black“ symbolisch den ausgestreckten Mittelfinger zu zeigen. Eine Pose, die der zornige alte Mann wenige Jahre später auch realiter einnehmen sollte. In einer ganzseitigen Anzeige, als er sich gemeinsam mit seinem neuen Partner beim „Nashville-Country-Establishment und den Country Radios“ bedankte, für die Wahl von „Unchained“ zur Country Platte des Jahres. Doch der Reihe nach.

Denn seine Karriere schien Ende der Achtziger zunächst am Ende. Aber im pensionsreifen Alter von 62 Jahren gelang ihm ein geradezu sensationelles Comeback. Zunächst spielte er 1993 den Song „The Wanderer“ für das U2 Album Zooropa ein, sehr zur Freude von U2 Sänger Bono.

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt. Fast über Nacht avancierte der grau gewordene Country-Star zur neuen Kultfigur einer alternativen Szene, deren Protagonisten gerade mal halb so alt waren wie er.


cash_comeback_1994

                                                                                                                                                   Comeback 1994 im Alter von 62 Jahren

Es war Rick Rubin, Produzent von Run DMC und den Beastie Boys, der Johnny Cash zum Comeback verhalf, indem er ihm mit der ersten American Recordings Veröffentlichung von 1994 ein neues musikalisches Outfit verpasste. Sparsame Instrumentalisierung und die unglaublich intensive Reibeisen-Stimme des alten Mannes, der sich aufmacht, Songs seiner potentiellen Kinder und Enkel zu covern. Derweil wanderte Saturn durch sein 12. Haus und über seine Fischesonne. Wie 1965, damals, als er das Country-Establishment von Nashville so nachhaltig schockieren sollte mit seinem martialischen Ausbruch auf der Bühne.
1997 folgte das zweite Album „Unchained“, kurz nach Cashs Auftritt als Headliner beim jährlich stattfindenden Glastonbury Festival.

„American III - Solitary Man“ in 2000 und das grandiose vierte Album „The Man Comes Around“, 2002 erschienen, offenbaren deutlich, dass Johnny Cash dem Tod mindestens ebenso nahe ist wie dem Leben in diesen Jahren. Fast meint man zu hören, wie er sich mit brüchig gewordener Stimme und letzter Kraft verabschieden - und gleichzeitig alles geben möchte, was er an Erfahrungen und Weisheit gesammelt hat. Seit 1997 kämpfte Cash auch gegen Shy Dagger, eine Parkinson-ähnliche Krankheit, die ihn zwang, sehr langsam zu arbeiten, mit großen Pausen.

Das Ende
Am 12. September, wenige Tage, nachdem das Musik-Video zur Cover-Version von Nine Inch Nails „Hurt“ den MTV Video Award gewonnen hatte, starb er im Krankenhaus an den Folgen seiner Diabetes-Erkrankung. Selten, soweit ich weiß noch nie, wurde in den Nachrichten der öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehanstalten ein Musikvideo in kompletter Länge gesendet. Johnny Cash ist diese Ehre zuteil geworden. Ein weiteres Indiz für seinen Ausnahmestatus und eine späte Anerkennung seines letzten Endes doch lichten Fische-Daseins. Uranus und Mars im Transit bildeten übrigens just zu diesem Zeitpunkt eine Konjunktion auf seinem Fische-Mars im 12. Haus.

Bleibt noch zu erwähnen, dass pünktlich zum Weihnachtsgeschäft Anfang Dezember die schwarz gebundene Cash-Box mit dem vielsagenden Titel „Unearthed“erschienen ist. Fünf CD`s mit teils unveröffentlichten Songs, ein Querschnitt von Aufnahmen für die American I-IV Alben plus „My Mother`s Hymn Book“ als ausgesprochen spirituelle Beigabe waren zeitweilig vergriffen und nicht lieferbar ob der großen Nachfrage.

Der Song „Hurt“ ist auf der vierten CD „Best of Cash on American“ zu finden. Und wer das Zeichen Fische immer noch nicht verstanden hat, sollte hier vielleicht einmal `reinhören.

 


Hurt - Der Text

Hurt myself today,
to see if i still feel,
I focus on the pain,
the only thing thats real.

The needle tears a hole,
the old familiar sting,
try to kill it all away,
but I remember everything,

What have I become,
my sweetest friend,
everyone i know,
goes away in the end,

and you could have it all,
my empire of dirt,
I will let you down,
I will make you hurt.

I wear this crown of thorns,
upon my liars chair,
full of broken thoughts,
I cannot repair,

beneath the stains of time,
the feelings disappear,
you are someone else,
I am still right here,

What have I become,
my sweetest friend,
everyone I know,
goes away in the end,

and you could have it all,
my empire of dirt,
I will let you down,
I will make you hurt,

if I could start again,
a million miles away,
I will keep myself,
I would find a way.

Offizielle Johnny Cash Homepage http://www.johnnycash.com/


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