HomeHoroskopeKünstlerAnthony Perkins - Der Mann, der Norman Bates war - Teil 2

Anthony Perkins - Der Mann, der Norman Bates war - Teil 2

Von Holger A. L. Faß

 Woran denken Sie spontan, wenn Sie den Namen des Schauspielers Anthony Perkins hören? Etwa daran, dass er 1965 mit dem Oskar für die beste männliche Nebenrolle in dem Film „Lockende Versuchung“ ausgezeichnet wurde? Oder daran, dass er 1992 an den Folgen von Aids starb? Eines wird Ihnen sicherlich sofort in den Sinn kommen: Norman Bates, der nervöse, psychotische Killer aus Alfred Hitchcocks Thriller „Psycho“.  

(Lesen Sie zuerst Anthony Perkins - Teil 1)

Sonne-Uranus ist stets auch ein Vatermörder-Bild. Es zeigt den Nachkommen, der den Vorfahr vom Thron stößt. Pluto im Quadrat verstärkt den zerstörerischen Moment davon. Held wird man, indem man rebelliert, sich gegen die Obrigkeit auflehnt und Autoritäten als solche nicht anerkennt. Die vier Planeten im Widder können dieser Grundaussage zustimmen. Norman Bates war eine solche Ödipus-Figur. Auch Anthony Perkins schlüpfte in die Kleider seines Vaters Osgood Perkins. Wie dieser entschied er sich, Schauspieler zu werden. So übernahm der Sohn die Rolle des früh verstorbenen Vaters. Beruflich und familiär. Seine Homosexualität bewahrte ihn davor, frühzeitig Frauenbindungen einzugehen – später ließ er sich von der Gleichgeschlechtlichkeit „heilen“. (Bitte fragen Sie mich nicht wie – ich weiß es nicht.) Als Familienvater benannte er später seinen ersten Sohn nach seinen Dad: Osgood.


Eines unterschied Anthony Perkins sicherlich von Norman Bates: der Mensch war friedlich, die Figur war es nicht. Wenn Anthony Perkins sich als Kämpfer zeigte, dann sicherlich als jemand, der für eine bessere Welt stritt. Engagement für Visionen – so könnte die Überschrift seines elften Radixhauses lauten. 1990 wurden bei ihm HIV-Antikörper nachgewiesen. Die Auseinandersetzung mit der Krankheit Aids und die damit verbundenen Erfahrungen verstärkten diese seine Visionen von einer besseren, friedlicheren Welt: "Es gibt viele, die diese Krankheit für eine Rache Gottes halten. Aber ich glaube sie wurde gesandt, um den Menschen Liebe, Verständnis und Mitgefühl füreinander zu lehren. Ich habe von den Menschen, die ich in diesem großen Abenteuer Aids kennengelernt habe, mehr über die Liebe, Selbstlosigkeit und menschliches Verständnis gelernt als in der mörderischen Ellenbogengesellschaft, in der ich mein Leben verbracht habe." sagte Anthony Perkins kurz vor seinem Tod.

Uraufführung von Psycho
Als 1960 der Film „Psycho“ uraufgeführt wurde, war die Mondknotenachse in Perkins Horoskop hervorgehoben. Die laufenden Mondknoten hatten einen halben Zyklus vollbracht und standen zusammen mit Sonne auf seiner Radix-Mondknotenachse. Dies zeigt nicht zwangsläufig, daß man seine Lebensaufgabe gefunden oder gar erfüllt habe; ist allerdings ein Hinweis, daß ein wichtiger Entwicklungsschritt stattfindet.

Im fraglichen Solar hatte Perkins einen Skorpion-Aszendenten und Jupiter im ersten Haus. Über diese Qualität schreiben Kirby und Stubbs: „Es ergeben sich Veränderungen, die dich selbst für immer in einem anderen Licht sehen lassen. ... Nun geht eine Lebensphase zu Ende und eine neue beginnt. ... Bevor es aber dazu kommt, mußt du tief in dich hinabsteigen. ... Du mußt jetzt das, was verborgen ist, heraufholen und ans Licht bringen.“ (Baby Kirby und Janey Stubbs: Solare und Lunare. Bad Oldesloe 1996, S. 54). Ans Licht des Filmprojektors? Kann es für einen Menschen mit starker Haus-11-Betonung etwas Besseres geben als ein weltweites Publikum? Sind nicht die Freunde, denen man etwas über sich erzählt in diesem Falle die Zuschauer? Ihnen gegenüber läßt sich „gefahrlos“ ein Seelenstriptease vollführen – „gefahrlos“, weil eine persönliche Berührung nicht stattfindet.

Auch das Horoskop der Psycho-Premiere (am 16. März 1960 um 21 Uhr in New York) zeigt einen Skorpion-Aszendenten; wie passend:
hor_premiere-psycho
Und wir finden einen rückläufigen Merkur – genau wie in Perkins‘ Radix. Exakt am Tag der Welturaufführung steht der primär dirigierte Mars zudem in genauer Konjunktion mit dem Radix-Merkur. Der Messerstecher (Mars) trifft den nervösen Jungen (Merkur). Mars im Psycho-Horoskop steht im Wassermann in Opposition zu Uranus – der verrückte Mann...? Mond, der in dem Film-Horoskop natürlich auch die Zuschauer symbolisiert, befindet sich in einer weiten Konjunktion zu Neptun, einem Quadrat zu Mars sowie zu Uranus, einem Trigon zu Merkur und einem Sextil zu Saturn. Hitchcocks Absicht war, die Leute zu irritieren und mit einem völlig unvorhersehbaren Verlauf der Geschichte zu schockieren. Daß die sympathische Hauptfigur, nämlich Janet Leigh als Marion Crane bereits nach der Hälfte des Films ermordet wird, war tatsächlich ein Novum auf der Leinwand, das der Erwartungshaltung zuwider lief.

Das plutonische Moment
Doch zurück zu Anthony Perkins. Seine starken Film- oder Bühnenrollen waren die eines verstörten Charakters. Obwohl ein Mann durfte er weinen und unter Beziehungsproblemen ebenso leiden wie unter Neurosen. Er zeigte sich scheu und verletzlich und immer wieder spielt er Männer, denen es an eindeutiger männlicher Selbstidentifikation mangelte. Gesundes Selbstbewußtsein wird einem Menschen mit Pluto im zweiten Haus sicherlich nicht mit in die Wiege gelegt. Diese Planetenposition birgt die Gefahr, sich Respekt durch Machtmißbrauch zu verschaffen. Die Unterdrückung anderer führt dabei zur Selbstaufwertung. Es hat etwas Sado-Masochistisches. Denn es kann durchaus Lust an dem Erniedrigen entstehen – Lust und Sinnlichkeit, die wir mit der Stier-Symbolik in Verbindung bringen.

Pluto nun kommt aus dem sechsten Haus. Diese beiden Häuser verbindet die Fähigkeit, der Selbsterhaltung willen für das eigene Überleben zu sorgen. Während beim zweiten Haus die eigenen, körperlichen Aspekte im Vordergrund stehen, bezieht das sechste Haus Umweltbedingungen mit ein. Ein Planet im zweiten Haus würde beispielsweise den eigenen Durst feststellen und zu befriedigen suchen, beim sechsten Haus zudem berücksichtigen, wie viel Getränk noch vorhanden ist und wie man ressourcenschonend den eigenen Bedürfnisse gerecht werden kann. Eine Verbindung beider Häuser schafft die Fähigkeit, sich mit seinen Bedürfnissen an die Umwelt anzupassen. Jedenfalls idealer weise. Nun jedoch haben wir es mit Skorpion / Pluto zu tun. Hier ist ein Begriff wie „Anpassung“ fehl am Platze. Es entsteht eine innere Dynamik, um der Existenzsicherung willen zu tun, was notwendig ist und zugleich für die Eigenmächtigkeit einzutreten, die sich von Bedingungen, die von außen diktiert werden, nicht an die Leine legen lassen will. Perkins‘ Fluch und Segen, die Festschreibung seiner schauspielerischen Leistung auf die Rolle des verstörten Mörders, kennzeichnet dieses Wechselbad. Er hat immer wieder bedauert, aus dieser Rolle nicht herauszukommen – und er hat sie genutzt, um sich und seine Familie (nicht nur) finanziell abzusichern und für ein gutes Ein- und Auskommen zu sorgen. Das Morden (Skorpion / Pluto) wurde zu seiner „Routine“ (Haus 6) und sicherte sein Guthaben auf dem Konto (Haus 2).

Wie schön, dass es den Film gibt und Anthony Perkins dies in der Hollywood-Scheinwelt ausleben konnte.

 

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