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Das Heliozentrische Horoskop – eine erweiterte Sichtweise der Astrologie

Von Heidi Treier

 Wir alle wissen, dass eine grundlegende Veränderung in biologischen, materiellen, kollektiven und persönlichen Bereichen notwendig ist und stattfindet. Es liegt nahe, auch die Astrologie dahingehend zu überprüfen, wo sich deren Erkenntnisse, Bewusstsein und Methoden erweitern und verändern müssen. Das heliozentrische Horoskop biete eine erweiterte Sichtweise an.


Hintergründe und Weg
Seit ungefähr 2005 befanden sich astrologische Veranstaltungen, Kongresse und Tagungen merklich auf dem Rückgang. Die Teilnehmerzahlen nahmen immer mehr ab und größere Veranstaltungen waren kaum mehr kostendeckend. Auch in den meisten Schulen und Beratungspraxen war der Rückgang nicht zu übersehen. Was war geschehen? Woran lag dies?

Als Astrologin, die astrologische Konstellationen nicht nur ihren Klienten erklärt, sondern auch als Spiegel für individuelle und kollektive Entwicklungen festmacht, habe ich mir die Frage gestellt, was diese Anzeichen für die Entwicklung der Astrologie bedeuten. Von je her verbinde ich persönlich die Astrologie mit neuesten Erkenntnissen aus Natur- und Geisteswissenschaften. So war deutlich, dass sich die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse seit dieser Zeit mit rasanter Geschwindigkeit verändern. Wir alle wissen, dass eine grundlegende Veränderung in allen biologischen, materiellen, kollektiven und persönlichen Bereichen notwendig ist und stattfindet. Es liegt nahe, auch die Astrologie dahingehend zu überprüfen, wo sich deren Erkenntnisse, Bewusstsein und Methoden erweitern und verändern müssen.

Meine Kontakte mit bekannten Vertretern der neuen Wissenschaften in vielen Bereichen, vor allem im Bereich der Chaostheorien, Quantenphysik, Biologie (Biophysik, Zellforschung, Gehirnforschung) und deren Verbindungen und Schnittstellen zu Geisteswissenschaften und Spiritualität haben dazu geführt, auch den Umgang mit unserem Sonnensystem und den Planeten unter erweitertem Blickwinkel zu betrachten. Da lag es nahe, zuerst einmal die Fixierung auf das geophysikalische Weltbild erneut zu hinterfragen. Ansätze dazu wurden bereits früher und mehrfach von anderen Astrologen und Astronomen gemacht. Mich interessierte in diesem Zusammenhang aber vor allem die Verbindung zu unserem Hauptgestirn Sonne und, welche Möglichkeiten die Erkenntnisse der neuesten astronomischen und bio- bzw. geophysikalischen Forschungen eröffnen. Vor allem der Kontakt zu Dieter Broers, Autor des Buches „(R)evolution 2012“, hat mir einen ganz neuen Blick auf die Heliozentrische Astrologie gezeigt. In den letzten Monaten wurde dies auch mehr und mehr durch die Arbeiten von Dr. Michael König bestätigt, der mir zeigte, wie geistige Prozesse physikalische Reaktionen hervorbringen und umgekehrt und wo die Nahtstellen zwischen beiden liegen.

Wie geht es?
Ende 2010 habe ich zusammen mit Sibylle Sulser vom IPEI-Institut in Zürich das Buch „Das Heliozentrische Horoskop - Die Verbindung von Sonne, Mensch und Erde“ geschrieben. Darin haben wir die Ergebnisse in Form einer neuen  Art der heliozentrischen Horoskop-Betrachtung und Deutung beschrieben. Dabei geht es nicht darum, die herkömmliche Radixdeutung zu ersetzen, sondern sie mit dem heliozentrischen Horoskop zu verbinden.

Inzwischen ist allgemein anerkannt, dass letztlich alles mit allem in Verbindung steht und sich gegenseitig beeinflusst. Alles ist letztlich gemäß der systemischen Erkenntnis über sichtbare und größtenteils unsichtbare Energiefelder und Schwingungen miteinander verbunden. Daher muss zwangsläufig auch die geozentrische Horoskop-Berechnung mit der heliozentrischen in irgendeinem Zusammenhang stehen, gehören sie doch zum gleichen „System“. Die Verbindung scheint logischerweise die Achse Erde/Sonne zu sein. Über diese Achse findet auch eine Interaktion beider Ebenen statt. Auch in der ganzheitlichen Astrologie wird immer auf die Verbindung der Gegensatzpaare oder Gegensatzzeichen (auch die Verbindung der Gegensatzhäuser) hingewiesen. Beide werden durch Entwicklung miteinander verbunden. In das heliozentrische Horoskop wird nicht mehr die Sonne sondern die Erde als wichtigster Bezugsplanet eingezeichnet. Sie ist immer der Oppositionspunkt zur Sonne. (Beispiel: Bei einer Sonne auf 5° Widder steht die Erde auf 5° Waage. Über die Erde auf 5° Waage werden nun alle entwickelten Anteile der Persönlichkeit (Sonne) ins Heliozentrische Horoskop übertragen. Das umfasst auch die Entwicklung der Aspekte und Aspektbilder).

Der Mond als Erdtrabant und die Mondknotenachse als Verbindung zwischen Mond- und Erdbahn werden nicht mehr eingezeichnet. Die persönlichen Planeten stehen in aller Regel aus dem Blickwinkel der Sonne auf die Erde an anderen Stellen der Ekliptik, also in anderen Tierkreiszeichen. Dadurch ergeben sich auch andere Aspektverbindungen und Aspektbilder, die genau wie in der Radix auf die Sonne, so im Heliozentrischen Horoskop als Energien und Kräfte auf die Erde übertragen werden. Sonne und Erde sind also Empfangsstation und Energieträger zur gleichen Zeit.

Wenn wir nun beide Blickwinkel deutungsmäßig erfassen wollen, so ist nach wie vor das geozentrische Horoskop, also die Radix für die physische und irdische Entwicklung maßgebend. Inzwischen wissen wir aus der entwicklungsorientierten bzw. spirituellen Astrologie, dass die individuelle, seelische und geistige Entwicklung (Bewusstsein) eines Menschen ausschlaggebend sind für die Art, wie er die Planeten in Zeichen und Häusern lebt und erfährt. Diese Voraussetzung bleibt also nach wie vor grundlegend wichtig. Je mehr ein Mensch sich von der persönlichkeitsbezogenen und rein materiellen Ebene löst, umso mehr Energie wird frei für bewusstseinserweiterte Sicht- und Handlungsweisen. Er wird mehr und mehr in der Lage sein, Erkenntnisse und Erfahrungen, Wissen und Sein mit Ebenen zu verbinden, die über sein persönlich und kollektiv begrenztes Sein hinausgehen, so dass sein Denken, Fühlen und Handeln eine umfassendere Dimension bekommt. Und diese sind an der Achse Sonne/Erde ablesbar. Sein Handeln und Wirken wird sich vor allem über die entsprechenden Radixhäuser zeigen.

Heliozentrische Astrologie in der Praxis
Hier setzt nun das heliozentrische Horoskop an. Wenn die Energien der Planeten in Zeichen und Häusern auf der Radixebene in dieser erweiterten Art ausgedrückt werden können, zeigt das heliozentrische Horoskop diese nächste Stufe der Weiterentwicklung.

Beispiel: Ein persönlicher Planet (Merkur, Venus, Mars) wird zunächst gemäß den persönlichen und innerhalb der sichtbaren und materiell begrenzten Möglichkeiten des Radix gelebt. Mit zunehmender Bewusstseinserweiterung, verbunden mit Willen und aktivem Bemühen, kann der entsprechende Wesensanteil eine kreativere und damit schöpferische Ausdrucksform bekommen. Die Richtung und der nächste Schritt wird dann durch die Position im heliozentrischen Horoskop klar. (Dieser nächste Schritt baut aber immer auf der entwickelten Position im Radix auf.)

Die Planetenpositionen in Radix und Helio zeigen also den Weg der Weiterentwicklung auf. Dieser kann nur in optimaler Weise gegangen werden, wenn wir gelernt haben, die Wünsche und Impulse unserer Ego-orientierten Persönlichkeit bewusst zu machen, anzunehmen und dann mit Hingabe und Unterscheidungskraft der inneren Stimme, dem göttlichen Signal in uns, zu folgen. Das ist jetzt nicht so „erleuchtet“ und anspruchsvoll, wie wir uns das meist vorstellen. Es beginnt einfach damit, dass wir auf unser Gefühl hören, ohne pausenlos den Verstand eingreifen zu lassen mit seinen permanenten Zweifeln und Verwirrungen. Das ist nach unserer Erfahrung nur möglich, wenn wir mehr und mehr der inneren Weisheit in uns vertrauen und mit ihr kommunizieren. Dazu sollen wir selbstverständlich auch unseren Verstand benutzen, jedoch aus unserem eigenen Denken und unserer objektiven Erfahrung heraus, nicht aufgrund vorgegebener Denkmuster (z.B. „ich weiss jetzt schon genau, was dann passieren wird, wie mein Partner/andere Menschen reagieren werden“). Das Aussteigen aus diesen Denkmustern kann durch Meditation, Kontemplation, Gebet oder geistige Übungen geschehen. Wichtig ist die Bereitschaft zum Aufgeben von Kampf und Loslassen vom Gedanken der Trennung aus der Einheit. Wir werden immer einen Mars in uns tragen. Nur geht es hier um den Kampf für etwas, für eine gemeinsame Aufgabe, für Entwicklung des Lebens, der Erde oder einen Dienst am Ganzen, der ohne Wille und Aktivität nicht möglich ist. Mars wird also immer gebraucht. Hier aber als eine willentlich gesteuerte Aktivität oder eine Bewegung in eine Richtung, die ich durch Liebe und Hingabe (Venus) in mir finden kann und durch Unterscheidungskraft zwischen anerzogenen persönlichen und kollektiven Denkmustern (Merkur) kommunizieren kann.

Dies führt im Austausch und Interaktion mit anderen zu einem erweiterten Weltbild (Jupiter) und neuer schöpferischer Entwicklung (durch Lehre oder Vorbild). Und wie das aussehen kann, welche Talente, Anlagen und Möglichkeiten ich habe, zeigt das heliozentrische Horoskop. Und dies vor allem durch die darin vorhandenen Aspekte und Aspektbilder. Vorwiegend wenn diese mit der Erde in Verbindung stehen. Die so angezeigte und sich entwickelnde schöpferische Kraft überträgt sich auf die Erde und schwingt nach dem Prinzip der Interaktion zurück ins geozentrische Horoskop. Diese Talente, Anlagen und Möglichkeiten sind hier ein Dienst, der über das Haus, in dem ich mir die Erde bildhaft vorzustellen habe, zum Ausdruck kommt und wiederum als Rückkoppelung über die Achse zur Sonne sich auf meine Persönlichkeit überträgt, die nun vom Selbst getragen wird. Mein Charakter wird also zum Wesen und zum Sein.

Beispielhoroskop Karl Theodor zu Guttenberg


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Radix: Freiherr Karl Theodor zu Guttenberg, geb. am 5.12.1971 in München, Geburtzeit unbekannt

Deutung des Radix-Horoskops von Karl Theodor zu Guttenberg
Leider liegt keine genaue Uhrzeit vor. Sein Geburtsort ist München. Für unser Beispiel genügt aber die Tageskonstellation (angenommen 12h mittags). Ich habe hier außerdem folgende Faktoren hinzugefügt:
Transpluto auf 15°17‘ R in Löwe. Aufgrund meiner eigenen Forschungen und Erfahrungen binde ich Transpluto (errechnet aus der Bahnangabe nach Dr. Landscheidt/Hausmann) in das Horoskop mit ein – sowohl geo- als auch heliozentrisch. Transpluto steht hier auf einem besonderen Grad, dem Avatarpunkt in Löwe. Zur Deutung dieses Grades habe ich auch die Sabischen Symbole (16° Löwe) herangezogen.
Das galaktische Zentrum – hier ausnahmsweise, weil in seinem Beispiel der Merkur in Konjunktion zum galaktischen Zentrum steht. Hier kann jeder seine eigenen Forschungen machen. Ich empfehle dazu das Buch von Anabela Cudell „Das Galaktische Zentrum und seine astrologische Deutung“, erhältlich bei "astronova". Bedeutsam erscheint mir hier ein Satz zu Merkur Konj. GZ aus ihrem Buch (S. 77): „Der Geborene hat eine ganz besondere und eigene Art zuzuhören, zu verstehen, zu sprechen. (...) Dieser Mensch wird dafür bewundert und auf der anderen Seite für völlig unverständlich gehalten. Das kann so weit gehen, dass man an seiner geistigen Gesundheit zweifelt.“

Zur Deutung allgemein: Das ganze Horoskop dreht sich um die Erkenntnis der eigenen Persönlichkeit. Einerseits um deren Ängste, Verletzungen und Konditionierungen und die daraus resultierenden Fehlinterpretationen und Fehlverhalten, andererseits um die enormen Möglichkeiten und Fähigkeiten die freigesetzt werden, wenn er sich den unbewussten inneren Zwängen, Mustern und inneren Konflikte (Mut zur Selbstwerdung) stellt. Die intellektuelle Grundlage ist enorm stark (Schütze-Merkur Quadrat Pluto). Die Opposition von Saturn zu Neptun (mit allen angereihten Aspekten) zeigt hingegen die starken familiär und traditionell geprägten Denkmuster, das fast doktrinäre und auf Familiengesetzen basierende Weltbild. Diese „Familienorder“ kann absolut unbewusst weitergegeben worden sein (lange Tradition). Daher spielt für sein Selbst das bewusste, aktive Um- und Durchsetzen der eigenen Erkenntnisse eine wichtige Rolle. Zunächst scheint es durch die Sozialisation kaum einen anderen Weg zu geben als über standesgemäße Ausbildungen und Titel zu verfügen und über die eigene intellektuelle und vorbildhafte Persönlichkeit in der Welt zu „glänzen“. Und das auf eine Art, die nach außen fast überzogen bescheiden auftritt und stets die Verantwortung für das Wohl des Staates und der Gesellschaft (der Menschheit) im Auge hat. Wenn diese starke Persönlichkeit jedoch nach Schütze-Art einige Reife- und Erfahrungsstationen überspringt und gerne die „Kleinarbeit“ an andere abtritt und damit die Entwicklung durch Erfahrung, kann sie den im Grunde ganzheitlichen und damit sozialen und spirituellen Anlagen nicht standhalten. Die Thematik des absoluten Frühstarters und Überfliegers zieht sich durch die gesamte, uns bekannte Biografie.

Durch Saturn Opposition Neptun klafft dann zwischen Traum/Illusion und Wirklichkeit, zwischen Vorstellungen/Bilder und tatsächlicher Umsetzung bzw. der Realität eine Lücke. Wenn diese nicht erkannt, geschlossen (bearbeitet, geheilt) wird, werden sich diese Kräfte als Angst und Panikhandlungen manifestieren.
Die starke Betonung im Schützen wird mehrfach betont. Im Zentrum der Ballung stehen Sonne und Jupiter in relativ enger Konjunktion und diese wiederum in der Halbsumme zwischen Merkur (mit galaktischem Zentrum) einerseits und Neptun andererseits. Die weiter oben bereits zitierten Ausführungen von Anabela Cudell werden dadurch sehr klar bestätigt.
Sonne und Jupiter in Konjunktion haben einerseits die herausfordernde Spannung zu Mars in den Fischen (Quadrat) und andererseits ein Trigon zu Transpluto. Die Aussage zum 16. Grad Löwe (Position Transpluto) in den Sabischen Symbolen von Mark Edmund Jones lautet: „Sonnenschein nach einem Sturm“ - Das Bild bezieht sich auf die psychologische, innere Orientierung. Hier bietet sich dem Selbst die Gelegenheit, zu sich zurückzufinden und alle Elemente seiner Umgebung zu beanspruchen, um eine neue Anstrengung zu unternehmen oder sich mit neuem Mut der Zukunft zuzuwenden. Belastungen und Spannungen des Alltags sind hier nützlich, weil sie in allen menschlichen Belangen zur Klärung oder zum Neuaufbau beitragen.
Die Sonne hat aber auch ein Trigon zu Chiron im Widder. Auch hier zeigt sich die Möglichkeit, eventuelle Verletzungen des Ich zu heilen, und zwar über ein wirkliches Verstehen der Mars- und Widderkräfte in sich. Hier geht es nicht darum, besonders gut zu „funktionieren“ und vor der Welt super dazustehen, sondern den kosmischen Willen und den kosmischen Plan zu erkennen und für ihn zu kämpfen. Dies wäre gerade in der jetzigen Zeit so wichtig und wird gebraucht.

Die größte Aspektfigur in diesem Horoskop ist nach der API-Methode das sogenannte „Model“, eine Vierecksfigur, die das große Dominantdreieck mit einschließt. Hier die Deutung nach Huber (Aspektbild-Astrologie):

Aspektfigur Model
1 Quadrat (Sonne/Jupiter – 90 – Mars), ein kleines Talentdreieck (Jupiter – 60 – Uranus – 60 TPL), Yod: Mars zu Uranus und TPL.

„Ein Modell (ursprünglich eine Hohlform/ ein Muster) ist wie ein Urbild, das z.B. hergestellt wird, um sich das Endprodukt besser vorstellen zu können. Im Verb kommt das künstlerische Talent der Formgebung zum Ausdruck. Eine weitere Bedeutung liegt im Wort „ummodeln“ – einer Sache einen anderen Sinn geben!! Deren ursprüngliche Form verändern.
Das Viereck ist ein Beispiel für die alte hermetische Regel „wie im Großen – so im Kleinen“ und umgekehrt. Mit ihm können gemachte Erfahrungen in einem größeren Überblick erkannt und verallgemeinert werden. Andererseits kann man sich bestens nach allgemeinen Regeln verhalten, konform mitgehen oder auch anderen helfen, sich wieder einzugliedern.
Bei der grafischen Analyse des Vierecks fällt auf, dass es nach außen überwiegend blau-grün, also empfänglich, sensitiv und harmonisch erscheint. Aber in dem fast rechtwinkligen Abschnitt (in diesem Falle Sonne/Jupiter Quadrat Mars) der von der roten Linie überspannt wird, kann es hart und unbeugsam sein. Es kann in diesem Umweltbereich sehr intensiv werden, viel fordern und dem entstehenden Stress erfolgreich widerstehen.
Der rot-grün bestrahlte Planet (Mars) ist wach, nervös und auffällig. Als Spannungsherrscher wird er den anderen 3 selbstzufriedenen Planeten (TPL, UR, SO/JU) ständig widersprechen. Dadurch besteht die Gefahr, dass deren Talente liegen blieben, weil der Reiz es rot-grünen Mars, sich dauernd in Erlebnisse oder Aktivitäten zu stürzen, zu groß ist. Die innere Motivation ist sehr stabil durch die blau-grünen Diagonalen. Dieser Mensch strebt nach einer heilen Welt und lässt sich kaum durch Pessimisten davon abbringen. Andererseits kann er durch seine in sich zentrierte Beharrlichkeit anderen menschen Mut und Hoffnung geben. Das Talentdreieck richtet sich auf und wird scheinbar zum darüber liegenden, zielstrebigen Projektionsdreieck. Daraus entstehen ein Dominantdreieck und ein mittleres Lerndreieck. Diesem wird durch die Umwelt ein kritische Anstoß gegeben, d.h. es reift eine Erkenntnis, wird zur Zielsetzung und führt schließlich zu einer dominanten Persönlichkeit."

Soweit die große, umspannende Viereck-Figur, allerdings wird diese regelrecht „durchkreuzt“ von der Opposition Saturn-Neptun (Zwillinge/Schütze) mit dem angehängten Ambivalenzaspekt zu Pluto in der Waage. Diese Konstellation bedeutet „Doppelwertigkeit“. Im roten Aspekt (Opposition) ist ein spannungsgeladener Wert enthalten, ein Druck, ein Konflikt. Damit direkt verbunden ist ein entspannter, genussorientierter Pol (Pluto). Diese blaue Seite der Figur suggeriert eine heile Welt, man sieht nur das Schöne/Gute und weicht geschickt der Spannung über diese blaue Seite (Pluto!) aus. Versteht man das Thema dieser Aspektfigur, so kann der blau aspektierte Planet den 3. Pol zu den Oppositionsplaneten bilden und eine Schaltstelle im richtigen Handhaben der ambivalenten Energien signalisieren. Da Pluto in diesem Falle nicht die „richtige Handhabung“ und Haltung signalisiert hat, wurde die Kraft zu Äußerlichkeiten und Scheinharmonie absolut überzogen und führte zur negativen Auslösung. Dies führte zu einem „Ummodeln“ der Realität (siehe bis heute extremes Abstreiten und Zurückweisen der Plagiatsvorwürfe). Soweit zur Deutung des Radix.

Heliozentrisches Horoskop von Karl Theodor zu Guttenberg

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Berechnet auf den 5.12.1971

Bei der ersten Betrachtung springt sofort der äußerst seltene durchlaufende Sechsstern bestehend aus 6 Sextilen und 2 durchlaufenden Trigonen ins Auge, also innerhalb der Figur 9 blaue Aspekte! Aber beginnen wir der Reihe nach:
Die Achse Sonne–Erde bringt hier die Erde in den Mittelpunkt im Gegenzeichen Zwillinge. In unserem Buch „Das Heliozentrische Horoskop“, S. 62, findet sich die Deutung der Erde in den Zwillingen im Heliozentrischen Horoskop. Demnach „besteht hier die Entwicklungsaufgabe grundsätzlich darin, Ordnung ins Chaos der vielen Fremdeinwirkungen und der mannigfaltigen Dualität und Interessen zu bringen, um der Inflation der Wahrheit Einhalt zu gebieten. In diesem Prozess liegt der Weg zur Erkenntnis, dass das wahre Selbst im Inneren verborgen liegt und nicht im Äußeren, im Schein-Ich zu finden ist, das von kollektiven Denknormen und vorgeschriebenen Verhaltensweisen geprägt wurde. Es ist in der Entwicklungsreihe nach dem Stier die nächste Aufgabe, Geist und Form miteinander zu verbinden. (…) Wenn dann die Erde im heliozentrischen Horoskop in den Zwillingen steht, kann dieser Prozess in einem größeren Rahmen manifestiert werden. (...) Man kann unterstützend wirken, indem man dazu auffordert, den Weg der Harmonie durch einen Konflikt zu gehen, der durch die Gegenüberstellung der Gegensatzpaare entsteht und diese mit dem Wesenskern vereint und aus der Gegensatzspannung befreit. Daraus entsteht die Haltung des Wach- und Gegenwärtig-Seins.“

Der Merkur, als Herrscher im Zeichen Zwillinge, steht nun nicht mehr im Schützen (wie im Radix), sondern im Zeichen Stier. Wiederum ein Hinweis auf den oben zitierten Punkt „Geist und Form miteinander zu verbinden“. Dem Denken eine stabile und sichere Basis zu geben, damit die Denkprozesse realistisch umgesetzt werden können. Im heliozentrischen Horoskop sind Merkur und Mars die einzigen Planeten in Erdzeichen. Und beide Planeten sollen die vorgegebenen Zeichenenergien der Radix stabilisieren.
Venus wandert hingegen vom materiellen Zeichen Steinbock in den Wassermann. Hier geht es also nicht mehr um den Wunsch, aufgrund von Leistung und Image geliebt zu werden, sondern darum, durch Abstand von den eigenen subjektiven Wünschen und Bedürfnissen eine Freiheit zu erlangen, die ihm den Einstieg in die fließende 6-Eck-Figur gibt. Saturn, der im Radix über die Venus herrscht, steht auch hier in der Opposition zu Neptun. Neptun übernimmt im Heliozentrischen Horoskop aber die Bedeutung des entwickelten Mondes aus dem Radix. Hier geht es also nicht mehr um das karmische Gefäß der Vergangenheit (Radix) sondern um die spirituelle Erkenntnis, die durch die Quincunx zu Merkur und Mars im Stier tatsächlich unterstützt und realistisch umgesetzt werden kann.

Wenden wir uns jetzt nochmals den veränderten Aspektfiguren im Heliozentrischen Horoskop zu: Durchtrennt wird die genannte, absolut harmonische 6-Eck-Figur durch eine darin eingefügte Bi-Scho-Figur (Bi = doppelt oder zweiseitig), im Heliozentrischen Horoskop nunmehr „Überzeugungsfigur“ genannt. Das Viereck hat 2 gut zusammen passende Seiten, die harmonisch und anmutig wirken, so dass man diese Menschen als „Bijou“ (Schmuck) bezeichnen kann. Das macht sie auf Dauer sehr beliebt und sie nehmen einen Platz ein, an dem sie unersetzlich sind. Dennoch fühlen sie sich auf der geozentrischen Ebene oftmals unverstanden.
Das Viereck hat auf der blauen Seite viel Substanz und Harmonie und ist auf der grünen sehr sensitiv, wach und scheint unaufhörlich zu denken. Es lebt aus einer geistigen Substanz und trägt auch die Fähigkeit in sich, durch gute Argumente und möglichst neutrale Weisheit Auseinandersetzungen zu schlichten. Immer versucht es auszugleichen, zu vermitteln und seine Mitmenschen positiv auszurichten. Eine andere Bedeutung scheint auf der Ebene des Radix im Wort „Bischof“ zu stecken: Ein Mensch, der Glaubenswerte hütet und ein mystisch-mächtige Überzeugungskraft besitzt, die ihn fast unantastbar macht.

Daher nennen wir diese Figur im Heliozentrischen Horoskop nicht mehr Bi-Scho, sondern Überzeugungsfigur. Die Überzeugungskraft basiert auf dem Wissen um die geistigen Werte, die dazu befähigen, Konflikte zu schlichten und neue Zugangswege im Denken und in der Erkenntnis zu erschaffen (Quelle: Sibylle Sulser).
Da uns hier keine Geburtszeit vorliegt, können wir nun den nächsten Schritt nicht individuell deuten. Dieser besteht aus der Übertragung der oben beschriebenen Entwicklungsschritte im Heliozentrischen Horoskop zurück auf die Ebene des Radix, und zwar in das entsprechende Radixhaus. Über dieses individuelle Radixhaus kann nun die Aufgabe oder der Dienst verstanden werden und das, was jeder einzelne von uns als Potenzial in sich trägt. Potenzial für seinen Evolutionsbeitrag aber auch als Beitrag zur eigenen Entwicklung sowie der Heilung von Mensch und Erde in sich trägt. Es lässt sich für uns über den Bereich des Hauses miteinander teilen. Die Deutung, zurückübertragen auf die Häuser und Lebensbereiche im Radix, kann ohne weiteres unserem Buch „Heliozentrische Astrologie ab S. 77 entnommen werden.
Im Falle von zu Guttenberg können wir hier nur abwarten. Er trägt auf jeden Fall die Kraft und das Potenzial in sich, den „Diamanten“ in sich zu finden. Es ist ein Diamant, der gerade in unserer heutigen Zeit so notwendig gebraucht wird. Schließlich hat das Zeichen Zwillinge auch mit jungen Menschen zu tun. Er war bereits auf dem Weg, auch junge Menschen wieder zu motivieren, sich politisch und sozial zu engagieren.

Muss ich erst „erleuchtet“ sein, um mein Heliozentrisches Horoskop zu verstehen und zu entwickeln?
Die gute Nachricht: Nein! Die schlechte: Nichts kommt von allein!
Aber: Der Kosmos ist nachsichtiger und geduldiger mit uns als wir glauben, sonst wäre die Menschheit längst ausgestorben!

Natürlich kommen bei allen Teilnehmern und Klienten für heliozentrische Seminare und Beratung am Anfang die Zweifel auf, ob das machbar ist, denn wir sind ja alles Menschen mit Fehlern und Schwächen. Selbstverständlich ist das so und wir sollten hier auf keinen Fall dem Ehrgeiz verfallen, es besonders gut „machen“ zu wollen, der höchst entwickelte Mensch werden zu wollen oder die Erleuchtung „haben“ zu wollen.

Wir können uns eigentlich ganz gut entspannen und daran glauben, dass wir alles haben, was wir brauchen. Das wichtige Wort ist „glauben“ im Sinne von Zuversicht, Vertrauen, Respekt vor und Liebe zu allem Sein – und dazu gehören auch wir selbst. Wenn ich mir überlege, dass ich vielleicht 20, 30, 40 oder gar 50 Jahre gelebt, mein Leben gemeistert, Beruf und/oder Familie aufgebaut, Krisen durchlebt und gemeistert und damit irgendetwas Kraftvolles geschafft habe, dann kann und darf ich darauf vertrauen, dass ich Fähigkeiten, Möglichkeiten und Aufgaben habe, die auf diese Weise nur ich habe, die kein anderer für mich hätte lösen können. Dann kann und darf ich auch in mir Freude, Werte, Liebe und Glück vermuten und spüren. Allerdings haben wir meist verlernt, diese Gefühle bewusster und öfter wahrzunehmen. Und an dieser Stelle können wir beginnen, unsere Radix noch weiter zu entwickeln und den Weg zum heliozentrischen Horoskop und dessen Möglichkeiten weiter zu beschreiten.

Daher beginne ich sowohl in der Beratung als auch im Seminar - nach der theoretischen Einführung in die heliozentrische Astrologie den Praxisteil, d. h. die Arbeit mit den Teilnehmerhoroskopen - mit einer Meditation, die ich selbst entwickelt habe und die jeder Seminarteilnehmer als CD erhält. Innerhalb dieser Meditation beginnen die Kräfte in uns Gestalt anzunehmen. Wir können „sehen, fühlen, spüren und erfahren“ wie sich unsere inneren Werkzeuge anfühlen oder zeigen können, wenn wir sie respektieren und nicht versuchen, sie zu kontrollieren, zu beherrschen oder zu verdrängen. An diesem Punkt dürfen sie einfach nur „sein“.
Uns ist meist von Kind an signalisiert worden, dass wir so, wie wir sind, nicht sein sollten, dass wir Ansprüchen nicht genügen oder zumindest und auf jeden Fall die Dinge noch viel besser machen könnten als wir es tun. Und zu fühlen was wir wollen, welche Bedürfnisse wir haben, was uns wirklich Freude macht und mit Begeisterung für das Leben erfüllt, ist im harmlosesten Falle als nicht alltagstauglich bezeichnet worden. Meist jedoch wurde es schlichtweg als egoistisch, falsch, unmöglich, rücksichtslos oder völlig indiskutabel bewertet. Und das tun wir teilweise bis heute, ohne dass es uns in jedem Fall bewusst ist – egal wie viel Therapien oder Selbsterfahrung wir gemacht haben. In der Meditation bleibt das alles außen vor, wird für diesen Moment beiseite gestellt und wir können uns mit Hilfe einiger klarer Techniken, z.B. aus der Gehirnforschung, neu erschaffen. Wir schalten vom Überlebens- in den Erschaffens-Modus und versetzen unsere tatsächlichen inneren Energiemuster in Schwingung. Wir „beleben“ sie.

Und wenn wir dann aus der Meditation heraus unser heliozentrisches Horoskop betrachten, ist es wie ein inneres Aufatmen, ein Sich-wieder-erkennen. Wir fühlen, dass dies eine neue Möglichkeit ist, uns selbst anzunehmen und auszudrücken. Meist gibt es dann keine Zweifel mehr und keine Fragen sondern nur ein „Ja“ zu sich selbst und der Wunsch, diesen Weg zu gehen. Es wird erst einmal still, wie nach dem Erwachen aus einem Traum. Oft höre ich danach Kommentare ähnlich wie diese: „Es ist es wie das Öffnen einer lange verschlossenen Tür - Nun weiß ich endlich, warum ich dieses oder jenes tief im inneren immer gespürt habe, es mir aber nicht erklären konnte - Es ist fühlt sich fast an wie Chiron - das Heilen einer offenen Wunde - Jetzt habe ich endlich den Mut, meine eigene Wahrheit zu leben".

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