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Der Tu-Anima-Bildertest - Teil 2

Von Baldur Ebertin

 Nach dem Tod von Dr. Reich (1961) war der TUA-Test mehrere Jahre vom Markt verschwunden. Ich entdeckte Ende der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts die Restauflage, konnte sie aufkaufen und Seminare über den Test anbieten. Ich hatte den TUA-Test in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts kennen gelernt und arbeitete mit ihm während meines Studiums an den Universitäten Freiburg/Breisgau und München, meiner Praktika an der Psychiatrisch-Neurologischen Klinik der Universität Innsbruck, der Psychosomatischen Beratungsstelle für Kinder an der Universitäts- Kinderpoliklik in München und später in meiner psychotherapeutischen und heilkundlichen Praxis.
Immer wieder konnte ich bei Testaufnahmen, der Auswertung des Tests und den anschließenden Gesprächen mit Patienten erkennen, in welchem hohen Maße der TUA-Test sich optimal für die psychodiagnostische Arbeit von Psychologen, Psychotherapeuten, Ärzten und Heilpraktikern, aber auch für Personalberater eignet. Als Reichs Buch dann doch vergriffen war, plante ich dessen Neuauflage mit einer Reihe von Ergänzungen, entschloss mich aber letztlich, unter dem Titel „Im Dialog mit der Seele – mit dem Tu-Anima-Bildertest“ (Anm. 9) ein völlig neues Buch über den TUA-Test zu schreiben, nachdem ich mit dem Test in meiner psychosomatisch ausgerichteten Praxis über 40 Jahre gearbeitet und damit Erfahrungen gesammelt hatte.

Welche Bereiche der Persönlichkeit können erfasst werden
Nach dem gegenwärtigen Stand der TUA-Diagnostik können nach meinem Dafürhalten wesentlich mehr Persönlichkeitsbereiche erfasst werden als mit anderen üblichen Testmethoden möglich ist. Deshalb habe ich die erweiterten Erkenntnisse in die zweite Auflage des Lehrbuches über den TUA-Test mit dem Titel „Schlüssel zum Geheimnis der Seele – mit der Tu-Anima-Bildertest“ (Anm. 10), die im Mai 2006 erschien, eingearbeitet. Natürlich hängt die Qualität der Aussagemöglichkeiten neben den im Buch gegebenen Interpretationen auch noch von der Fähigkeit des Behandlers oder Gutachters ab, mit der Symbolsprache umzugehen. Darüber hinaus ist es wichtig, sich in die Lebensgeschichte des Klienten oder Patienten einzufühlen und sie mit den Testaussagen sinnvoll zu kombinieren.

Welche Dimensionen der Persönlichkeit lassen sich also erkennen (Anm. 11)? Es sind folgende Dimensionen:

· Wie stehen die Menschen zu sich selbst?
· Wie stehen sie zu ihrer Mitwelt?
· Die individuelle Einstellung zu Gesundheit und Krankheit
· Wille und Leistung, Erfolg und Misserfolg
· Aggression und Wut, Verzeihung und Versöhnung
· Die Welt der Phantasien und Ideen
· Verzicht und Trauer
· Leben und Tod
· Religiöse Einstellung
· Das Leben und Erleben von Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit

Das Testmaterial
Der Test selbst besteht aus 36 abstrakten Bildern, Form-Farb-Komplexen, die aus der Meditation entstanden sind. Die Testkarten werden vor dem Patienten auf den Tisch gelegt und er kann dann zwölf sympathische und zwölf unsympathische Bilder auswählen und herausgreifen. Seine Auswahl wird auf einem Testformular protokolliert. Die verbliebenen zwölf neutralen Bilder werden im Allgemeinen nicht gewertet, können aber sichtbar werden lassen, welche Persönlichkeitsbereiche im Augenblick keine Rolle spielen.

In einer zweiten Wahl werden die zwölf sympathischen und danach die zwölf unsympathischen Testkarten vorgelegt mit der Bitte, das sympathischste und das unsympathischste Bild auszuwählen. Die daraus gewonnenen Symbolinhalte stehen in einem besonderen Spannungsverhältnis. Im Lehrbuch ist zu jedem der 36 Symbole eine ausführliche Interpretation zu finden, je nachdem ob es als sympathisch oder unsympathisch gewählt wurde. Hinzugefügt wurden jeweils drei Fragen, die der Gutachter dem Patienten oder auch sich selbst zur Ergänzung der Interpretationen stellen kann.

Reifungsprozesse – ja oder nein?
Jeder von uns hat sicher schon Situationen erlebt, die zunächst unangenehm und beunruhigend waren; aber nach einiger Zeit konnte erkannt werden, dass ein wichtiger Reifungsprozeß für die Persönlichkeits- entwicklung anstand, ähnlich einer Krankheit wie Röteln, Masern oder Scharlach, nach deren natürlicher Überwindung sich eine Häutungs- und Regenerationsphase ergibt. Solche Häutungsphasen können sich körperlich und seelisch, aber auch symbolisch zeigen. Was den TUA-Test angeht verbindet sich damit das Symbol der Schlange. Diese muss bekanntlich von Zeit zu Zeit ihre alte, harte und zu klein gewordene Haut abstreifen und der neuen, zunächst noch weichen Haut weichen. Wie dieser Häutungsprozeß auf der seelisch-geistigen Ebene aussehen kann, können wir aus der sympathischen oder unsympathischen Wahl des Symbolbildes „Schlange“ erfahren. Deshalb nachfolgend ein Auszug aus den entsprechenden Interpretationen, wenn das Schlangensymbol gewählt wurde: (Anm. 12 und 13)

Die sympathische Schlange
Bild III - 27 Schlange/Sympathische Wahl
Dieses Bild symbolisiert Wandlungs- und Erneuerungsphasen, Stirb- und Werde-Prozesse und Häutungs-Phasen. Sie suchen bewusst und unbewusst geschickte und diplomatische Möglichkeiten, Ihr Leben optimal zu gestalten. Gegenwärtig steht eine Phase der Veränderung und Wandlung in Ihrem Leben an, die Sie gern einleiten wollen. Sie sind bereit zu einem weiteren Entwicklungsprozess in Ihrem Leben, auch um den Preis, vorübergehend besonders „dünnhäutig“ und damit verletzbar zu sein.
Da und dort werden Sie auf der Hut sein müssen. Es gibt Menschen, die es keineswegs begrüßen, wenn Sie dabei sind, in eine weitere Phase der Selbstwerdung einzutreten und möglicherweise den anderen mit neuen Einsichten davoneilen.
In dieser für Sie sehr wichtigen Selbstwerdungsphase, von dem verstorbenen Schweizer Psychiater und Psychotherapeuten Carl Gustav Jung als „Individuation“ bezeichnet, wird es besonders aufschlussreich sein, auf die Träume und ihre Symbolsprache zu achten und sie möglichst aufzuschreiben. Das Nachdenken über deren Deutungsgehalt und/oder die Besprechung der Träume mit einem kompetenten Psychologen oder Psychotherapeuten kann dann manchen Fingerzeig für die weitere Zukunftsgestaltung geben.

Die Schlange ist von alters her ein Symbol der Wandlung. Sie muss sich von Zeit zu Zeit häuten, streift also ihre bisherige alte Haut ab, nachdem darunter die neue, allerdings noch leicht verletzbare Haut gewachsen ist. Diese Häutung kann symbolisch auf die menschliche Entwicklung übertragen werden: Was alt und verbraucht ist, kann abgestreift werden und der neuen Entwicklung den Weg bahnen helfen.

Einige Fragen, die Sie sich ergänzend stellen können:
1. Haben Sie schon einmal ein Traumtagebuch geführt, und wenn ja, welche Erfahrungen haben Sie damit gesammelt?
2. Geraten Sie in letzter Zeit manchmal in Unruhezustände mit starkem Herklopfen und wenn ja, in welchen Situationen?
3. Hören Sie Äußerungen anderer Personen, Sie seien manchmal wie geistesabwesend und wie wenn Sie zeitweise gar nicht zuhören würden?

Die unsympathische Schlange
Und wie können sich nun Interpretationen ergeben, wenn im TUA-Test das Symbol der Schlange abgelehnt wurde? Auch hier auszugsweise der Deutungstext:

Bild III - 27 Schlange/Unsympathische Wahl
Sie spüren in den Tiefen Ihrer Seele, daß eine wichtige Veränderung in Ihrem Leben bevorsteht; aber Sie sind dazu noch nicht bereit, „neue Ufer zu betreten“. Sie fürchten, in einer Übergangs-Phase einerseits zu offen und wehrlos zu sein, wollen andererseits einen geraden Kurs fahren und vermeintlich unnötige Umwege vermeiden. Bedenken Sie, daß gravierende Veränderungen im Leben immer auch mit einem gewissen Risiko verbunden sind. Totale Sicherheit gibt es aber nicht! Niemand kann stellvertretend für Sie durch Zeiten der Reifung hindurchgehen. Sie selbst müssen das tun. Vielleicht kennen Sie den Satz: „Was mich nicht umbringt, macht mich stärker!“ Die Lebensphase, diesen Satz nachzuvollziehen, ist nahe.
Denken Sie einmal an die Schlange. Sie muss sich von Zeit zu Zeit häuten, um wachsen zu können. In der Häutungsphase ist sie besonders anfällig für Verletzungen, denn die alte Haut passt nicht mehr, und die neue ist noch zart und weich.

In einer ähnlichen Situation befinden Sie sich. Alte Verhaltensmuster und Gewohnheiten wollen abgestreift werden, damit Entdeckungen gemacht, neue Erfahrungen gesammelt, neue Wege für die Zukunftsgestaltung gefunden werden können. Wachen Sie also auf, öffnen Sie die Augen, weiten Sie Ihren Horizont, damit im Laufe der Zeit die vor Ihnen liegende, aber noch nicht voll sichtbare Wandlungsphase beginnen kann!

Einige Fragen, die Sie sich ergänzend stellen können?
1. Hatten Sie in letzter Zeit Träume, in denen Sie schwebten, flogen, fielen, stürzten? Solche Trauminhalte können damit zu tun haben, dass man gegenwärtig keinen Boden unter den Füssen fühlt.
2. Haben Sie Angst, den an Sie gestellten und künftigen Anforderungen nicht oder noch nicht gewachsen zu sein?
3. Fühlten Sie sich vor allem dann von anderen Menschen verletzt, wenn Sie sich nicht verteidigen und wehren konnten?

Die Fortsetzung folgt mit Teil 3.

Anmerkungen:
1) Ebertin, B., Schlüssel zum Geheimnis der Seele – mit dem Tu-Anima-Bildertest, 2. Auflage, Bad Wildbad 2006 (erste Auflage unter dem Titel „Im Dialog mit der Seele – mit dem Tu-Anima-Bildertest)
11) Ebertin, Schlüssel, S. 112ff., a.a.O.
12) Ebertin, S. 93, a.a.O.
13) Ebertin, S. 92, a.a.O.

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