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Der Stoff, aus dem die Fragen sind

Von Mona Riegger
 
 Die Beschäftigung mit der Stundenastrologie bringt es mit sich, dass man sich intensiver mit den täglichen Veränderungen am Himmel auseinandersetzt. Bei der Radix-Deutung spielen die Transite der Schnellläufer selten eine große Rolle. Bei der Stundenastrologie sind es gerade die Schnellläufer und allen voran der Mond, die eine zentrale Bedeutung einnehmen.
 
Während ich diesen Artikel schreibe, stehen Venus und Merkur sowie Uranus und Neptun in Rezeption zueinander, Jupiter ist in seinem Domizilzeichen, aber rückläufig, Saturn und Mond befinden sich im Exil. Venus steht kurz vor einer Opposition zu Pluto, Saturn vor einer (letzten) Opposition zu Neptun. Die Sonne sowie Mars und Jupiter bewegen sich auf Quadrate zu. Sonne in das Quadrat zu Chiron und Saturn, Mars bildet eines zu Pluto und Jupiter zu Uranus. Merkur hat das Quadrat zu Saturn und Chiron gerade hinter sich gebracht und wird in Kürze noch ein Quadrat zu Neptun bilden. Der Mond steht auf 1° Steinbock und wird bei seinem Durchlauf durch dieses Zeichen zwar wenige, aber nur "gute" Aspekte bilden. Ein Trigon zur Sonne, ein Sextil zu Uranus, ein Trigon zu Merkur und zum Schluss ein Sextil zu Mars.

Diese Zustandsbeschreibung am Himmel ist sozusagen der Stoff, aus dem die Fragen sind. Sie sind die Bestandteile, aus denen himmlische Drehbücher erwachsen, Geschichten erlebt werden, zumindest zur gerade aktuellen Zeitqualität. Morgen sieht es schon wieder anders aus, einmal abgesehen vom ständigen Wechsel des laufenden Aszendenten, der mal das eine Thema, mal das andere Thema zur Chefsache erklärt. Im Moment haben wir in Berlin einen Jungfrau-Aszendenten, d.h. der Merkur ist derzeit "Hauptdarsteller" und sein kommendes Neptun-Quadrat verspricht nichts Gutes für einen klaren, gut strukturierten und übersichtlichen Artikel. Also was tun? Vielleicht einfach neptunisch abtauchen, nichts schreiben oder weiterschreiben und die aktuellen Planetenstände gar nicht beachten? Auch das könnten Entsprechungen des Merkur-Quadrats zu Neptun sein!

Saturn-Neptun-Opposition
Die bessere Lösung des Problems ist jedoch, beim Schreiben (Merkur) genau das Thema aufzugreifen, das sich im Moment am Himmel für Merkur bietet. Und dies ist ohne Zweifel die Saturn-Neptun-Opposition. Merkur überträgt derzeit das Licht von Saturn zu Neptun, jeweils durch Quadrate. In jedem Stundenhoroskop, ob zu einer Frage, zu einer Begegnung oder zu einer Elektion (Wahl eines Termins) haben wir derzeit mit der applikativen Opposition von Saturn und Neptun zu tun. Es wird wenige Fragen geben, die von diesem Thema nicht berührt sind, so wie es vermutlich auch wenige Menschen gibt, die von dieser Energie unberührt bleiben.

Ob man nun eine Immobilie kaufen oder verkaufen möchte, eine Prüfung absolvieren muss, sich trennen will, sich um seine Rente kümmern muss, mit dem Recht und Gesetz auf Kriegsfuß steht, auf Beförderung hofft, etwas Bestehendes erhalten will, sich eine Knieverletzung zuzieht oder mit dem natürlichen Alterungsprozess zu kämpfen hat, dies alles sind Phänomene, die dem Prinzip Saturn unterstehen. Da Saturn seit Ende August 2006 in Opposition zu Neptun steht, könnte es in all diesen Angelegenheiten zu (unerklärlichen) Verzögerungen, Auflösungen, Ungereimtheiten etc. kommen.

Neptun, als thematischer Gegenspieler von Saturn, lässt Dinge oder Entscheidungen, die eigentlich klar sind und ihrem natürlichen (saturnischen) Gang folgen wollen, langsam verschwimmen, löst sie auf oder verändert sie so, dass am Ende nur noch Chaos herrscht. Wird unter Merkur-Saturn z.B. eine Trennung oder Kündigung ausgesprochen, kann dies unter Merkur-Neptun kurze Zeit später wieder rückgängig gemacht werden. Vielleicht weil einer der Beteiligten Mitleid bekam? Eine Prüfung kann super laufen, so dass man hinterher das Gefühl hat, sie sicher bestanden zu haben. Doch dann kommt das Ergebnis "durchgefallen". Oder die Prüfung findet aus irgendeinem Grund gar nicht statt, wird verschoben oder man wird vorher krank. Eine gekaufte Immobilie (Saturn) kann sich als ruinös erweisen, weil Schwamm (Neptun) in den Wänden festgestellt wird oder beim Wunsch, ein Haus zu verkaufen, findet sich einfach kein Käufer bzw. sitzt man vielleicht einem Betrüger auf.

Aus Neptuns Sicht könnten durch die Opposition zu Saturn Träume wahr werden. Etwas, das man sich immer erträumt hat, wird Wirklichkeit. Sicher die angenehmste Variante dieser Opposition, aber leider auch die seltenste. Viel häufiger wird man unter Saturn-Neptun z.B. erkennen müssen, dass man sich getäuscht hat, dass man eine Suchtstruktur hat, dass man einem Betrüger auf den Leim gegangen ist, dass man vor Gericht kein Recht bekommt, dass man allein mit Alternativ-Medizin nicht gesund wird, dass man ein psychisches Problem hat, dass wissenschaftliche Studien gefälscht sind, usw. Das Leben ist hier sehr erfindungsreich, um den Prinzipien ihren Raum zu geben.

Positive Entsprechungen für die Saturn-Neptun-Opposition wären dagegen:
Prüfung zum Heilpraktiker bestehen; der Künstler, der sein erstes Bild verkauft oder eine Galerie findet, die ihn ausstellt; eine Behinderung löst sich auf; man findet eine Immobilie mit Blick aufs Wasser oder der Richter spricht den erlösenden Satz: "Im Zweifel für den Angeklagten".

Flüchten oder Standhalten?

Viele meiner KlientInnen standen seit letztem Sommer vor der Frage: Flüchten oder Standhalten? Egal, ob in einer beruflichen oder finanziellen Angelegenheit, in einer Beziehungssituation oder in einer Wohnungsangelegenheit. Die Frage Flüchten (Neptun) oder Standhalten (Saturn) konnte als Fazit unter fast jede Problemstellung gesetzt werden. Aber weder Saturn (meist rückläufig) im Exil noch Neptun waren so stark gestellt, dass man sich für eine Seite hätte entscheiden können. So ging es wohl eher um das Aushalten und Hinnehmen, dass sich derzeit einfach nichts entscheiden lässt. Am 25.6.07 ist die Opposition ein letztes Mal exakt und spätestens ab Anfang September, mit Saturns Wechsel ins Zeichen Jungfrau kehrt wieder Ordnung und Überschaubarkeit ein.

Beim Fallbeispiel um die Frage, ob Insolvenz angemeldet werden muss, war die Saturn-Neptun-Opposition ebenfalls Dreh- und Angelpunkt. Hier noch einmal die Aufgabenstellung:
Eine leitende Angestellte einer Gmbh stellte die Frage, nachdem ihre Firma in große Zahlungsschwierigkeiten geraten ist. Der wichtigste Auftraggeber hing mit der Bezahlung größerer Rechnungen nach, es war nicht klar, ob das Geld von ihm überhaupt noch kommen würde und wenn ja, wann? Der Geschäftsführer der Firma, ihr Chef, hatte nur drei Wochen Zeit, den Insolvenzantrag zu stellen. Eine Woche war zum Zeitpunkt der Fragestellung schon verstrichen. Sie selbst befürchtete, dass es zur Insolvenz kommen würde, der Geschäftsführer hoffte, dass der Auftraggeber bald bezahlt.

Muss Insolvenz angemeldet werden?
 Horoskop zur Insolvenz-Frage

Fragestellung am 3.2.2007 um 9.31 h MEZ, Berlin-Charlottenburg

Die Frage ist im Stundenhoroskop enthalten. Mars, der Herrscher der Fragenden steht im 10. Haus, das die Firma symbolisiert. Mond, ihr Mitherrscher steht im 6. Haus = Arbeitsplatz. Die Antwort lautet: Ja, es muss ein Insolvenzantrag gestellt werden. Die Firma kann nicht mehr gerettet werden.

Begründung: Die Fragestellerin stellt eine Frage zu ihrer Firma. Das Horoskop muss deshalb zuerst "gedreht" werden. Die Spitze 10 = MC = Firma und damit der Arbeitgeber wird zum Aszendenten des gedrehten Stundenhoroskop. Das ursprünglich 11. Haus wird zum 2. Haus der Firma, das ursprünglich 12. Haus zum 3. Haus der Firma, usw.

Saturn als Signifikator der Firma (und auch des Arbeitgebers) steht nun im 9. Haus der Firma. Er ist rückläufig, steht in Löwe im Exil und bewegt sich noch zweimal in eine Opposition zu Neptun. Saturn ist zudem Herrscher des 2. und des 3. Hauses der Firma. Dass ein derart schwach gestellter Saturn dieser geballten Ladung Neptun nichts entgegen zu setzen hat und das Symbolisierte deshalb aufgelöst werden würde, liegt auf der Hand. Dies betrifft die Firma an sich (1. Haus), ihre Finanzen (2. Haus) und ihre Kommunikationsfähigkeit, alle geschäftlichen Informationen etc. (3. Haus).
Der Mond lief kurz vor Fragestellung durch die Saturn-Neptun-Achse. Ein klassischer Fall von "Vernichtung", der letzte Aspekt Mond-Trigon-Pluto kann hier nichts mehr retten.

Was in dieser Angelegenheit weiter geschah: Nachdem ich der Fragestellerin meine Einschätzung mitgeteilt hatte, hörte ich längere Zeit nichts mehr von ihr, obwohl sie mich auf dem Laufenden halten wollte. Ende April rief sie an und teilte mir mit, dass ihr Chef erst wenige Tage zuvor Insolvenz angemeldet hat. Er hatte noch wochenlang auf eigene Faust versucht, den Auftraggeber im Ausland ausfindig zu machen. (Es handelte sich bei dem Auftrag um ein Auslandsgeschäft). Den Auftraggeber fand er nicht, wohl aber andere Firmen, die von derselben Firma geprellt worden waren. Der letzte Aspekt Mond-Trigon-Pluto (in 12) hatte hier dann wohl eher aufdeckenden Charakter, so dass ihr Chef zumindest Klarheit darüber bekam, dass er einem Betrüger aufgesessen war und danach entsprechend handeln konnte. Dies geschah wohl erst, als Saturn wieder direktläufig geworden war. Sie selbst hat inzwischen eine andere Arbeitsstelle gefunden und fühlt sich dort sehr wohl.

Die Deutungsvorschläge von Leser und Leserinnen waren diesmal, sicher aufgrund des erhöhten Schwierigkeitsgrades deutlich weniger an der Zahl. Die eingegangenen Deutungen waren dafür äußerst ausführlich und die meisten lagen mit ihrer Einschätzung goldrichtig. Herzlichen Dank an alle, die sich daran versucht haben. Einige seien hier (in gekürzter Form) wiedergegeben:
 
 

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