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Auf der Suche nach dem Wunderbaren

Von Brigitte Hamann
 
 Glück, Optimismus, Lebensfreude - Jupiter hat in der klassischen westlichen, aber auch in der indischen Astrologie den denkbar besten Ruf. Wer ihn im 7. Haus seines Geburtshoroskops hat, dem wird Glück in der Liebe, eine Frau oder ein Mann mit Besitz und Vermögen, Beliebtheit und Weisheit vorausgesagt. Es scheint, als habe man mit dieser Konstellation das große Los gezogen, sozusagen kraft Geburt, ein karmisches Geschenk.
 

Daß du mich liebst, das wußt` ich,
Ich hatt` es längst entdeckt;
Doch als du mir`s gestanden,
Hat es mich tief erschreckt.

Ich stieg wohl auf die Berge
Und jubelte und sang;
Ich ging ans Meer und weinte
Beim Sonnenuntergang;

Mein Herz ist wie die Sonne
so flammend anzusehen,
Und in ein Meer von Liebe
Versinkt es groß und schön.

Heinrich Heine (2)



Partnerschaften im Horoskop

Herrscher von Haus 7 in Haus 9: Konstellation: Venus / Jupiter
Tatsächlich haben Menschen mit einem Jupiter-Partnerbild große Träume, große Hoffnungen, große Sehnsüchte. Sie sehen die Welt durch eine Art Vergrößerungsglas, in dem alle Dinge farbenprächtig und wunderbar wirken und der Partner der Wahl das faszinierendste, aufregendste und attraktivste Wesen ist, das sie sich vorstellen können. Diese Sichtweise halten sie solange aufrecht wie möglich und da eine ihrer zentralen Eigenschaften die Hoffnung ist, lassen sich die meisten unter ihnen auch nicht so schnell durch die Konfrontation mit der Wirklichkeit ernüchtern. Im Gegenteil zählt es zu ihren bevorzugten Strategien, Menschen, Dinge und Situationen um sie herum zu idealisieren, um der höchst unerwünschten Trivialität des Alltages zu entfliehen. Im besten Sinn sind sie deshalb dazu fähig, einen Menschen in seiner schönsten Verwirklichung zu sehen. Da die Welt ihnen jedoch in der Regel nicht den Gefallen tut, immer so ideal zu sein, bleibt selbst ihnen nicht erspart, irgendwann ihre Sichtweise an die Tatsachen anzupassen und auf ein Normalmaß zu reduzieren, und sei es auch nur vorübergehend. Wenn in ihrem Geburtsbild andere wichtige Jupiterverbindungen dazukommen(3), erleben sie ebenso wie die Menschen, die sie anziehend finden, ein ständiges Auf und Ab der Gefühle, von Freude, Begeisterung und Beglückung zu grenzenloser Enttäuschung und Depression. Was immer ein jupiterbetonter Mensch empfindet hat die Tendenz, überlebensgroß zu werden, im Guten wie im Schlechten.

Für einige unter ihnen wirkt sich dieses Vergrößerungsglas von Beginn an wenig erfreulich aus, denn alles, was sie sehen genügt ihren Idealvorstellungen nicht. Wenn sie sich schon verlieben, dann muß es wenigstens Richard Gere oder Cindy Crawford sein, oder der große Guru aus dem letzten Seminar. Sie lieben intensive Eindrücke, wollen inspiriert und fasziniert werden und mit Hilfe des Partners ein Gefühl von Fülle, Lebensfreude und Reichtum erleben. Die Welt als ein "Land der tausend Abenteuer", die Zukunft voller Möglichkeiten ist, was Venus/Jupiter ersehnt. Wenn sie sich selbst als schwerblütig erleben oder mit bestimmten Problemen und Hemmungen nicht zurechtkommen, träumen sie von einem Partner, der sie rettet und erlöst. So manches Mal erleben sie dann den "Tod des Märchenprinzen" (4), denn in ihrem Bedürfnis danach, sich mitreißen zu lassen, lassen sie sich leicht von Menschen mit einem Hang zur Dramatik täuschen, deren Leben eine einzige Selbstinszenierung ist. Sie sind beeindruckt von deren großartigen Gesten, mitreißenden Worten und ihrer Fähigkeit, in einem Kreis der schillernde Mittelpunkt zu sein, der alle Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Um Venus/Jupiter zu finden und dessen Freud` und Leid zu erleben, bedarf es nicht immer der großen Bühne. Die Sehnsucht nach Verzauberung kann uns in den Garten des Nachbarn führen, wo uns ein Mann oder eine Frau erwarten, die so voll geheimnisvoller Weisheit und Lebenserfahrung zu sein scheinen, daß wir dort unbedingt vor Anker gehen wollen oder wir lauschen den Erzählungen eines vielgereisten Menschen, der den "Duft der großen, weiten Welt" in unser Leben bringt. Mit ein bißchen Glück halten diese Personen das, was sie versprechen und wir können an ihrem Erfahrungsschatz teilhaben. Gelegentlich entpuppen sie sich ganz einfach als Menschen auf der Suche nach einer persönlichen Bedeutung, die sich mit dem Nimbus des Besonderen umgeben und deren Wissen immer dann nicht mehr tragfähig ist, wenn es um die praktische Umsetzung geht.

Jupiter wäre aber nicht der Planet des Glücks, wenn er seinen Ruf nicht auch verdient hätte. Von ihm geprägte Persönlichkeiten haben oft eine soziale Ader und ein bewundernswertes Gerechtigkeitsempfinden. Sie ruhen nicht, bis ein Mangel abgestellt, ein Problem beseitigt, eine Mißstand verbessert wurde. Sie sind zu echter Toleranz fähig und haben die Begabung, andere zu motivieren, zu ermutigen und zu überzeugen. Ihr fester Entschluß, der Welt das Beste abzugewinnen läßt sie Probleme einfallsreich und voll Optimismus bewältigen und solange sie in einer Beziehung einen Sinn erkennen können, sind sie kooperationsbereit und versuchen, verständnisvoll auf ihren Partner einzugehen. Viele unter ihnen strahlen eine ungewöhnliche Lebendigkeit aus und ihre Unternehmungslust reißt jeden in ihrer Umgebung mit. Venus/Jupiter-Persönlichkeiten können bezaubernde, charmante, kultivierte Wesen sein, oder auch burschikos, voll Flausen, frech und amüsant, voll Energie und Lebenslust. Andere sind philosophisch veranlagt oder religiös, bestechen durch ihre Bildung. Welchen Typ sie auch verkörpern, sie tun es intensiver, glaubhafter, überzeugender, phantasievoller als andere. Sie lieben es, der Überbringer von Neuigkeiten und guten Nachrichten zu sein und machen ebenso gern Geschenke wie sie welche bekommen, denn Schenken regt sie an. In einer Beziehung möchten sie gemeinsam neue Möglichkeiten entdecken, dem Partner etwas bieten und ihn fördern und hoffen, dadurch eine angeregte, offene Stimmung zu erzeugen. Ihre ganze Persönlichkeit ist auf Erweiterung, Verschönerung, Enthusiasmus angelegt und alles, womit sie sich beschäftigen, soll zumindest interessant, lieber spannend und faszinierend sein. Aus diesem Grund reist Venus/Jupiter meistens gern, je weiter und fremdartiger desto lieber, denn hier bietet sich die Chance, Neues zu erforschen, stellt sich die Herausforderung, andere Kulturen und ihre Rituale, ihren Glauben, ihre Wesenszüge zu akzeptieren und zu integrieren.

Die von Venus/Jupiter angebotene Bandbreite an Persönlichkeitsmerkmalen ist - wie könnte es bei Jupiter anders sein? - ziemlich umfangreich. Da findet sich der schon beschriebene lebensbejahende, gesellige Typ, der begabt im Umgang mit Menschen ist und der das Gefühl ungeteilter Aufmerksamkeit und Interesses vermitteln kann, der Mensch, der es versteht durch seine positive Einstellung und durch die Gabe, allem etwas abzugewinnen, uns auch in den schwärzesten Augenblicken unseres Daseins wieder hoffnungsfroh zu stimmen vermag. Andere brillieren durch ihren Esprit, ihre Fähigkeit, die Umwelt zu beeindrucken. Sie sind der strahlende Mittelpunkt einer Party, der gewichtige Redner einer Tagung, der ausdrucksstarke Schauspieler, dessen dramatischer Auftritt alles, was er tut, zu einem Ereignis werden läßt. Viele Jupiter-Persönlichkeiten legen großen Wert auf soziale Anerkennung und Beliebtheit, weshalb sie versuchen, ein gewinnendes Auftreten an den Tag zu legen. Sie präsentieren sich gern freundlich, entspannt, gelassen, machen da und dort eine unterhaltsame oder witzige Bemerkung und lassen ein Stück Lebensweisheit durch ihre Worte schimmern. Es ist ihnen zutiefst unangenehm, wenn der Nachbar oder der Bäcker um die Ecke, die Mitglieder des Tennisclubs oder Kollegen Umstände ihres privaten Lebens kennen, die zu Klatsch und nachlassendem Wohlwollen führen. Ihr Gerechtigkeitsgefühl und ihr Bedürfnis nach einem optimalen Zustand aller Dinge veranlaßt einige unter ihnen, soziale Berufe zu ergreifen oder sich sozial zu engagieren, andere wollen Wissen vermitteln und sind Lehrer, Universitätsprofessoren, Seminarleiter, Unternehmensberater. Immer geht es dann um ein ganzheitliches Verständnis der Dinge, um eine Verbesserung bestehender Verhältnisse und darum, einen Sinn hinter allem zu finden, der das Leben lebenswert macht. Mit dem positiv gestimmten Jupiter-Typ kann man "Pferde stehlen", er ist kameradschaftlich und lebt nach dem Motto "es gibt keine Probleme, es gibt nur Lösungen".

Mit Venus/Jupiter als Partnerbild sehnen wir uns nach leidenschaftlichen Liebesäußerungen, nach Schwung, Elan und intensiven Eindrücken. Der Alltag soll überhöht, wie von der Hand einer Zauberfee mit wundersamen Erfahrungen angefüllt sein. Was wir bekommen können, ist auch genau diese Quelle von Inspiration und Hoffnung, von Status im sozialen Umfeld oder von weiser Einsicht. Doch die Farbigkeit und Ausstrahlung dieser Menschen hat, wie alles im Leben, ihre Kehrseite, die vor allem in einem Mangel an Selbstbeschränkung und -disziplin, einer Neigung zu Maßlosigkeit und Übertreibung liegt. "Zuviel vom selben ist nicht immer besser" zitiert Paul Watzlawick in seinem Buch "Vom Schlechten des Guten" und das ist Jupiters Problem. In ihrer spontanen Begeisterung schießen sie über das Ziel hinaus und während sie noch Liebesschwüre aussprechen, wartet schon der Zweit- und Drittpartner um die Ecke: Quantität statt Qualität in der Beziehung, oder auch die Verwechslung von beidem ist eine nicht selten auftretende Begleiterscheinung. Manche Venus/Jupiter-Geborene sind Fremdgänger aus Überzeugung: "Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frau`n" meinte der Herzensbrecher Johannes Heesters. Für sie geht es nicht um ein "entweder oder", wie bei Venus/Pluto, sondern um ein "sowohl als auch". Sie wollen Fülle und Vielfalt um jeden Preis in ihrem Leben und sind nicht besonders bereit, auf irgendetwas zu verzichten. Während ihre Partner sich in der Regel meist wenig begeistert über ihren selbstverständlich beanspruchten Freiraum zeigen, fühlen sie sich so richtig in ihrem Element, wenn sie ihrer Suche nach immer neuen "Kicks" nachgehen können. Diejenigen unter ihnen, deren Expansionsbedürfnis sich nicht auf Beziehungen erstreckt, haben eine Vielzahl unterschiedlicher Interessen, von denen sie keines missen möchten, oder sie sind auf einer religiösen oder spirituellen Suche, die sie je nach persönlicher Reife "gurugeil" oder ernsthaft forschend sein läßt.

Die Gefühlsintensität von Venus/Jupiter, die uns durch ihre Reichhaltigkeit anzieht und überrascht, kann uns ebenso verärgern oder besorgt werden lassen, immer dann, wenn die Euphorie in tiefste Depression, die Toleranz in Wut und Aggression, die Munterkeit in Antriebslosigkeit umschlägt. Der Hang zur Übertreibung vermittelt uns nach und nach die Erfahrung, daß wir uns nicht auf jede Aussage, so ehrlich sie auch in einem Augenblick gemeint war, uneingeschränkt verlassen. Wir lernen, daß Toleranz auch eine Seite der Bequemlichkeit sein kann und erkennen, daß manche unter ihnen Spielernaturen sind, die im Übermut einer Glückssträhne alles auf "Zero" setzen und erwarten, daß ihnen jemand aus der folgenden finanziellen Patsche hilft. Wir können ihre Neigung, sich zu verausgaben wunderbar finden, weil sie soviel von sich schenken und stellen irgendwann plötzlich fest, daß unser Strahlekind völlig erschöpft und ausgelaugt in der Ecke sitzt und mit sich und der Welt hadert. Jupiter-Naturen sind verschwenderisch, mit Energie, Gefühlen, Geld.

Selbstherrlichkeit und Selbstüberschätzung sind weitere wenig erfreuliche Seiten dieses Persönlichkeitstyps, der durch Großspurigkeit, Wichtigtuerei und eine Anspruchshaltung auffällt, die zwar große Erwartungen hegt aber wenig Gegenleistung bieten mag. Treffen wir auf diese Variante von Venus/Jupiter mögen wir für eine befristete Zeit von ihren ausführlich und in leuchtenden Farben dargelegten Plänen beeindruckt sein, stellen aber bald fest, daß wenig Substanz dahinter steckt, sondern eine narzistische Selbstbespiegelung, bei der der oder die Betreffende Bilder von sich entwirft, an denen er sich selbst ergötzt und von deren Richtigkeit er sich dadurch überzeugen möchte, daß er seine Zuhörerschaft überzeugt. Er träumt von einem "veni, vidi, vici" (5), von raschem Gewinn, schnellem Wachstum, einem triumphalen Sieg, doch das Strohfeuer versiegt zusehends, sobald die Wirklichkeit an die Tür klopft.

Einige unter ihnen scheinen jedoch das genaue Gegenteil von dem darzustellen, was bisher beschrieben wurde. Bei genauerer Betrachtung finden sich dann schwierige Jupiter-Aspekte oder zusätzliche Konstellationen, die die ursprüngliche Aussage modifizieren. Auch dann tragen diese Menschen die beschriebenen Qualitäten in sich, sie haben nur nicht gelernt, sie angemessen zu leben oder es wurde ihnen durch ihre Erziehung untersagt. Was wir an ihnen sehen, ist ein Mangel an Genußfähigkeit, ja manchmal wird jede Form von Lebensgenuß verteufelt, häufig unter dem Signum einer falsch verstandenen Religiösität. Religiöse Strenge, Körperfeindlichkeit oder das Verbot, sich irgendetwas zu gönnen, das den Anschein von Luxus hat, vergällen die Freude am Dasein, während man mißgünstig nach dem Erfolg und Glück anderer schielt. Der Kopf befiehlt dann "mässige dich" und man verkneift sich die heiß ersehnte CD, den teuereren Anzug, eine gute Flasche Wein, einen freien Tag, an dem man einfach nur Spaß hat, denn "Müßiggang ist aller Laster Anfang". Diese Zensur kann soweit gehen, daß man sich Partner aussucht, die keinesfalls dem entsprechen, was man sich vorgestellt hat, oder man verzichtet aus "edlen" Motiven auf eine Partner, den man sich eigentlich ersehnt. Schwierige Jupiterverbindungen zeigen auch einen Mangel an Selbstwertgefühl und Selbstliebe an. Vom Partner erhofft man sich dann die Absolution, die große, alle Irrtümer korrigierende Bestätigung, die Aufwertung, von der man in einer Ecke seiner Seele bereits weiß, daß man sie verdient hat. Bei dem Versuch, eben das zu geben, was erwartet wird, muß der Partner dann nicht selten feststellen, wie resistent die Negativität von Venus/Jupiter sein kann, denn alles, was Venus/Jupiter denkt, tut und fühlt ist überlebensgroß....

Venus/Jupiter-Geborene sind ihrer Natur nach religiös. Das muß nicht bedeuten, daß sie einem speziellen Glauben anhängen oder ihn ausüben, doch tief in ihnen existiert die Sicherheit, daß eine sinngebende Kraft unsere Geschicke lenkt. In langanhaltenden schwierigen Phasen können sie einem Gefühl der Leere und der Sinnlosigkeit verfallen, das sie fürchten wie kaum etwas anderes, doch sobald sich ein Lichtstreif am Horizont bemerkbar macht, stehen sie auf und der alte Optimismus und das Vertrauen in das Leben kehren zurück. Sie glauben an eine harmonische, natürliche Ordnung im Kosmos, an Entwicklung und Fortschritt, daran, daß es eine innere Wahrheit gibt, die jeder Mensch finden sollte. Die Gabe der Einsicht, die die herausragende Eigenschaft Jupiters ist, schenkt entwickelten Persönlichkeiten die Möglichkeit, allem offen und vorurteilsfrei gegenüberzutreten und sich ein Leben einzurichten, daß so friedvoll und ungestört wie möglich verläuft und trotzdem bemerkenswert reich an Erfahrungen ist.

Deutungstechnisches: Diese Aussagen gelten auch in abgeschwächter Form für: Herrscher von Haus 9 in Haus 7, Jupiter im 7. Haus, Venus im 9. Haus; Schütze am Deszendenten. Schwächere Entsprechungen sind (außer Venus oder Jupiter herrschen über das 7. Haus : Venus Konjunktion / Quadrat / Opposition / Spiegelpunkt Jupiter; Jupiter in Haus 2)

Aus astrologischer Sicht bezieht sich der Ausdruck "Venus/Jupiter-Geborene" sowohl auf den Horoskopeigner, in dessen 7. Haus dieses Thema über die zu Anfang des Kapitels genannten Konstellationen zu finden ist, wie auch auf seine möglichen Partner. Menschen mit einem Venus/Jupiter-Thema in ihrem 7. Haus fühlen sich von anderen angesprochen, die, wie in diesem Kapitel beschrieben, die charakteristischen Eigenschaften dieser Konstellation aufweisen, da sie sich nach diesen Eigenschaften mehr oder weniger bewußt sehnen. Sie stellen eine Ergänzung, einen Ausgleich, aber auch eine Herausforderung für die eigene Persönlichkeit dar.

Die Konstellation unseres Herrschers von Haus 7 sowie seiner Aspekte und eventueller Planeten im 7. Haus sagen gleichzeitig etwas darüber aus, wonach wir uns sehnen wie auch darüber, welche Art von Menschen wir anziehen. Ob wir mit dem, was wir uns wünschen gut oder schlecht zurechtkommen, hängt von den Voraussetzungen ab, die sich vor allem in unserem 1. und 2. Quadranten zeigen und von der Art, wie wir mit diesen Bedingungen umgehen, also von unserem persönlichen Entwicklungsniveau. Manchmal scheint es, als ob wir immer wieder an Menschen mit bestimmten Eigenschaften geraten, die wir gar nicht wollen. In diesem Fall müssen wir unsere unbewußten Motive, Ängste und Sehnsüchte genau überprüfen, denn dort liegt des Rätsels Lösung.

Menschen, die die Venus/Jupiter-Qualität verkörpern und die der Horoskopeigner deshalb anziehend und interessant findet, können in ihrem eigenen Horoskop andere Jupiter-Konstellationen haben - also nicht nur Venus/Jupiter - die aus ihnen den jupiterbetonten Menschen machen, der auf das Partnerbild Venus/Jupiter paßt, z.B. Schütze-Aszendenten, Jupiter im 1. Haus (Mars/Jupiter), Mond/Jupiter- oder Sonne/Jupiter-Aspekte oder Konstellationen über die Häuserebene (siehe das Kapitel "Was sind Konstellationen?")

Der Horoskopeigner mit Venus/Jupiter im 7. Haus kann auch fasziniert sein von den Partnern, die die Gegenpole von Venus/Jupiter repräsentieren. Diese Verbindungen sind als schwieriger anzusehen: Venus/Saturn (siehe Kapitel 9 in diesem Buch) oder Mars/Saturn da hier die Faszination im Gegensätzlichen besteht. Die heikelste Verbindung, die jemand mit Venus/Jupiter eingehen kann, ist die zu Partnern mit Venus/Neptun (siehe Kapitel 12 dieses Buches) oder Mars/Neptun, da sich die Tendenz zur Übertreibung, Maßlosigkeit, Mangel an Wirklichkeitssinn und Haltlosigkeit hier sehr verstärken können. Je weiter sich der Horoskopeigner von seinem ursprünglichen Ergänzungstyp wegbewegt, desto eher kann auf eine persönliche Problematik des Betreffenden geschlossen werden, die sich in partnerschaftlichen Herausforderungen manifestiert. Dies ist eine häufige, jedoch nicht zwingende Entsprechung.

Horoskopbeispiel Ernst
Partnerschaftskonstellationen:
Venus als Herrscherin von Haus 7 in Haus 9 (Venus/Jupiter)
Venus im 9. Haus (Venus/Jupiter)
Venus Konjunktion Uranus (Venus/Uranus)
Venus Konjunktion Sonne (Sonne/Venus)
Venus Quadrat Saturn (Venus/Saturn)
Venus Quadrat Neptun (Venus/Neptun)
Jupiter in Haus 7 (Venus/Jupiter)
Jupiter als Herrscher von Haus 2 in Haus 7 (Venus/Venus, siehe Kapitel 2)
Jupiter Opposition Mond (Mond/Jupiter)
Jupiter Quadrat Pluto (Jupiter/Pluto)
Jupiter Spiegelpunkt MC/IC-Achse
Aszendent auf 7,5 Skorpion (Venus/Venus, siehe Kapitel 2)
Deszendent auf 7,5 Stier (Mars/Pluto)

Ernst ist in seiner Art zu denken, in seinen Wunschvorstellungen und Partnerschaftsträumen eine typische Jupiterpersönlichkeit. Er sehnt sich nach dem Wunderbaren, Stimulierenden, nach Erfüllung und Glück, sozusagen nach Champagner statt Sekt oder gar Mineralwasser. Mit Alltagsdingen, Gewöhnung, Normalität kommt er nur schlecht zurecht. Eine Partnerin soll immer sein wie die weibliche Variante von Zeus, göttlich, eindrucksvoll, mitreißend (Venus/Jupiter). Er hat geheiratet, ein Haus gebaut, ist Vater geworden. Man schätzt ihn und seine Frau in dem kleinen Ort, in dem sie leben (Sonne, Venus und Uranus in Haus 9, Wunsch nach Beliebtheit und sozialer Anerkennung). Das ist ihm auch wichtig, denn schlecht angesehen mag er nicht sein (Mond als Herrscher von Haus 9 steht im 1. Haus, die Gefühlslage hängt von einem positiven Feedback des sozialen Umfeldes ab). Er neigt zu Schuldgefühlen, wenn er sich über die Erwartungen seiner Umgebung hinwegsetzt (Mond im Skorpion = Mond/Pluto, Liebe durch Leistung, und Mond im 1. Haus = Mond/Mars, das Empfinden, bedroht zu sein). Auch seine Mutter hat ihm vermittelt, daß ein positives Sozialprestige wichtig ist (Uranus als Herrscher von Haus 4 in Haus 9). Zusammen mit seiner Frau will und soll er auftreten und sich im Rahmen seines Umfeldes erfolgreich abheben (Venus Herrscherin von Haus 7, Ehefrau, Konjunktion Uranus, Herrscher von Haus 4 in Haus 9). Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist er bereit, einiges auf sich nehmen (Pluto als Herrscher von Haus 1 am MC = Mars/Saturn, Kampf gegen Widerstände). Er arbeitet hart, um sein komfortables Eigenheim zu finanzieren.

Seine Ehe mit einer Französin (Venus/Jupiter, der Partner aus dem Ausland), die anfangs so vielversprechend aussah (Venus/Jupiter), hat sich in ein zähes Ringen darum verwandelt, wer in der Gestaltung der häuslichen Verhältnisse "die Hosen anhat" (Deszendent auf 7,5 Stier = Mars/Pluto). Seine Frau demonstriert die glückliche Ehefrau des erfolgreichen Geschäftsmannes nach außen (Venus Herrscherin von Haus 7 in Haus 9, Konjunktion Uranus und Sonne). Er kann sich einfach nicht vorstellen, dieses Bild vor allen Leuten zum Einsturz zu bringen.

Er verliebt sich in eine attraktive, verheiratete Frau, die ihn durch ihre philosophischen Neigungen, ihr umfassendes Wissen und ihre Ausstrahlung fasziniert, das Dreiecksspiel beginnt (Venus/Jupiter). Die Beziehung ist leidenschaftlich, man trifft sich heimlich und verbringt wunderschöne, aufregende Nachmittage (Neptun als Herrscher von Haus 5 in Haus 12 Quadrat Venus, heimliche Erotik, Betrug der Ehefrau). An anderen Tagen treffen sich alle im gemeinsamen Tennisclub am Ort. Mehr und mehr ist Ernst in seiner Ehe unzufrieden und unglücklich, aber er kann sich nicht lösen (Aszendent auf 7,5 Skorpion = Venus/Venus, Jupiter als Herrscher von Haus 2 in Haus 7, Venus/Venus, die Wahl zwischen erotischer Liebe und sicherer Existenz). Seine innere Anspannung steigt, das Verhältnis zu seiner Frau wird immer schlechter, sein Wunsch auszubrechen und eine neue, glückverheißendere Lebenssituation zu schaffen immer stärker (Uranus im Transit bildete eine Opposition zu seiner Sonne, dann zur Venus/Uranus-Konjunktion). Ernst kann keine Konsequenzen ziehen. Statt dessen wird er schwer krank (Mars als Herrscher von Haus 6 steht am Aszendent = Mars/Merkur, psychosomatische Erkrankungen). Eine Weile zieht er sich von seiner Geliebten zurück, die sich inzwischen von ihrem Mann getrennt hat. Schließlich nehmen sie die Beziehung wieder auf, eine dauerhafte, stabile Dreiecksgeschichte, denn auch seine Geliebte sucht nach neuen Partnern und versucht sich in dieser und jener kurzfrstigen Beziehung, wenn Ernst sich einmal wieder eine Weile nicht blicken läßt.

Literatur:
(1)"Auf der Suche nach dem Wunderbaren" Nach dem Buchtitel von P. D. Ouspensky
(2) Aus: deutsche Liebesgedichte, Reclam 1985
(3) Vor allem Mond/Jupiter oder Sonne/Jupiter
(4) Svende Merian: Der Tod des Märchenprinzen
(5) "Er kam, sah und siegte". Aus: Julius Cäsar: Der Gallische Krieg

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "Grundmuster der Liebe".

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